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Der Tierpark – Gestern und heute

Der Bochumer Tierpark – Klein aber fein! Mitten im Stadtpark im Zentrum Bochums gelegen, ermöglicht der Tierpark mit seinen rund 350 Tierarten einen Überblick nicht nur über die europäische Tierwelt. Das Aquarien- und Terrarienhaus zeigt neben seltenen Echsen, Schildkröten, Kaimanen und Schlangen Korallenriffaquarien mit den verschiedensten Lebensformen tropischer Riffe. Das 1996 eröffnete Fossilium bietet einen Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt vor 150 Millionen Jahren.

Der Tierpark Bochum wurde im Jahre 1933 durch den Verein Bochumer Tierparkfreunde gegründet. Das Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei zwischen dem Milchhäuschen (Tierparkgaststätte) und Bismarckturm wurde damals von der Stadt Bochum kostenlos zur Verfügung gestellt.

Viel hat sich seither getan im Bochumer Tierpark! Von den ersten Tiergehegen im Stadtpark Bochum, die noch nicht eingezäunt waren und bis 1937 kostenlos besichtigt werden konnten, ist nicht mehr viel zu sehen. Schon vier Jahre nach der Gründung wurden massive Gebäude für Affen, Vögel und Exoten gebaut. Bereits 1939 wurde das erste Aquarienhaus errichtet. Zu diesem Zeitpunkt beherbergte der Tierpark schon etwa 300 Tierarten.

1943 wurde der Tierpark durch Bomben total zerstört, die überlebenden Tiere mussten anderen Zoos, z.B. Wuppertal, übergeben werden. Durch den Wiederaufbau und einer Geländeerweiterung nach 1949 erhielt der Tierpark seine heutige Größe von ca. zwei Hektar. In den nachfolgenden Jahrzehnten bis in die Gegenwart erfuhr der Tierpark durch seine Zuchterfolge große Anerkennung. Dazu gehören u.a. die Schnepfenvögel, Haflinger-Pferde, Braunbären, Sumatra-Tiger, Indochina-Leopard, Timberwolf oder Mönchsgeier.

Die zahlreichen damit einhergegangenen Handaufzuchten (Tiger, Leoparden, Bären) trugen zu einem weiteren Ansehen des Bochumer Tierparks bei. Als Folge davon erklärten sich immer mehr Firmen bereit, den weiteren Tierparkausbau finanziell zu unterstützen. Höhepunkt dieser Sponsorentätigkeit war eine Spende der Sparkasse Bochum, durch die 1988 ein völlig neues Aquarienhaus erbaut werden konnte. 1996 wurde das Aquarienhaus durch das Fossilium erweitert, in dem 150 Millionen Jahre alte Fossilien heute lebenden Tieren, z.T. direkt und unmittelbar, gegenübergestellt werden. Die bekannte Fossiliensammlung Leich zeigt eine ganze Palette ausgestorbener Tiere. Der Besucher findet neben versteinerten Ammoniten die verwandten rezenten Perlboote oder Nautiliden und eine Vielzahl unterschiedlicher Fische, die man sowohl als Fossilien als auch quicklebendig im Bochumer Aquarien- und Terrarienhaus bewundern kann.

Höhepunkt des Hauses wurde das 170.000 l Korallenriffbecken. Unzählige tropische Fische in den schillerndsten Farben und zwei Schwarzspitzen-Riffhaie sind zu beobachten. Neben dem Oberregulator Hai leben in diesem Korallenriff-Biotop viele Korallenfische, Seesterne, Seegurken, Schnecken, Schwämme und natürlich Korallen in einer einzigartigen Vergesellschaftung. Im selben Jahr (1996) wurde auch die damalige Bärenanlage renoviert und erheblich vergrößert.

Heute stehen große Biotop-Anlagen im Mittelpunkt des Bochumer Tierparks, um eine artgerechte Tierhaltung zu gewährleisten. Ungefähr 25 Mitarbeiter sorgen für den täglichen reibungslosen Betriebsablauf. Der Tierpark wird jährlich von gut 300.000 Menschen besucht. Er ist Ausbildungsbetrieb für Zootierpfleger, unterhält eine Zooschule, ist Mitglied im Verband der Zoologischen Gärten e.V. (VdZ), in der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) und im Verband deutschsprachiger Zoopädagogen (VZP) und ist Teilnehmer verschiedener europäischer Erhaltungszuchtprogramme (EEP's).

Mit der Teilnahme an internationalen Zuchtprogrammen liefert der Tierpark Bochum einen wichtigen Beitrag zum Arten- und Umweltschutz. Mit Zuchterfolgen bei den Krontauben, die in Neuguinea beheimatet sind und zu den größten Tauben zählen, konnte der Tierpark Bochum sich im Europäischen Erhaltungszucht-Programm (EEP) einbringen. Aber auch mit anderen Tieren (Humboldt-Pinguine, Hyazinth-Aras, Mönchsgeier und andere) wurden unter Leitung eines Zuchtkoordinators die Geburten und Paarbindungen optimiert. Zoogeburten von Weisshandgibbons, Buntwaranen, Tannenzapfenechsen, Mönchsgeiern, Rosa-Pelikanen, Pfauenaugen-Süßwasserstechrochen und vielen anderen bestätigten die Mitarbeiter des Bochumer Tierparks in ihrer Arbeit.

Im März 1997 konnte die zentrale südamerikanische Regenwald-Landschaft mit einem Gesamtwasservolumen von 80.000 Litern eingeweiht werden. Neben den südamerikanischen Gabelbärten und Süßwasserstechrochen sind eine Vielzahl kleinerer südamerikanischer Fische in Seitenbecken zu beobachten. Im Blätterdach über der nachgebildeten Amazonas-Landschaft toben Lisztaffen in den Zweigen herum.

Der erstaunte Besucher wird aber nicht nur Reptilien oder Fische in diesem Haus finden. Vögel und Säugetiere sollen die Gesamtheit eines Lebensraumes dem Besucher näher bringen. Schlangen, Schildkröten, Kaimane oder australische Buntwarane, die letzten Drachen der Erde, begeistern ebenso wie die winzigen Zwergseidenäffchen und Krallenaffen mit ihrem Nachwuchs. Doch auch für die Jüngsten hat der Tierpark etwas zu bieten; neben der Streichelwiese sorgt die im November 1984 eröffnete Zooschule für ein vielseitiges Programm, wie Führungen oder Biologieunterricht vor Ort. In Erinnerung an Else Baltz, einer großzügigen Spenderin für den Ausbau des Tierparks, erhielt die Zooschule ihren Namen. Für die jüngsten Besucher ist besonders der hautnahe Kontakt mit Ziegen und Schafen im Streichelzoo wichtig. 

 

Als wahrlich neues Highlight im Tierpark wurden im Juni 2006 die "Nordseewelten" eröffnet. Im Jahr 2012 erhielt der Tierpark ein neues Gesicht, indem er einen neuen Eingangsbereich bekam und rund ein Drittel seiner Außenanlagen komplett neu gestaltet wurde. Beide Baumaßnahmen wurden durch großzügige Spenden der Sparkasse Bochum ermöglicht.

Das Tierparkteam freut sich auf Ihren Besuch und wünscht
Ihnen viel Spaß beim Spaziergang im Tierpark und Fossilium Bochum!

Bochumer Anzeiger vom 12.07.1933
Nordseewelten
Lageplan des Tierparks vom 10.02.1933
neuer Tierparkeingang
1950
Bochumer Anzeiger vom 12.07.1933
Seehund-Fütterung 13.08.1951
Lageplan des Tierparks vom 10.02.1933
Schäfer, Gewinner des Fotowettbewerbs 1961
1950
Bärenanlage 1966
Seehund-Fütterung 13.08.1951
1967
Schäfer, Gewinner des Fotowettbewerbs 1961
Eduard Stirnberg mit Max & Teddy 1977
Bärenanlage 1966
Nordseewelten
1967