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Aquarien

Das "Hai"-Light im Bochumer Tierpark

170.000 Liter Meerwasser in einem Korallenbiotop werden von den Bochumer Schwarzspitzen-Riffhaien "Marina", einer Haidame, und ihrem jüngeren Artgenossen "Marinus" durchzogen. Schwarzspitzen-Riffhaie leben im Indopazifik und im Roten Meer, sind aber auch ins Mittelmeer eingewandert. Sie benötigen als tropische Knorpelfische eine Mindestwassertemperatur von 21°C. Der Schwarzspitzen-Riffhai bevorzugt das Flachwasser in der Nähe von Riffen. Als mariner Raubfisch jagt er in kleinen Trupps kleinere Korallenfische oder Tintenfische. Die zwei bis fünf Jungen bringt dieser Hai lebend zur Welt. Haie sind bei weitem nicht so gefährlich wie ihr Ruf vermitteln will. Haiangriffe auf Menschen beruhen häufig auf einer Verwechslung mit Robben, einer der Lieblingsspeisen mancher Haiarten. Nur wenige Angriffe verlaufen tödlich. Schwarzspitzen-Riffhaie sind ebenfalls nicht bösartig, sie sind eher sehr neugierig, so dass es vorkommen kann, dass sie Badenden in die Waden beißen, um den "Geschmack" zu prüfen. Im Bochumer Tierpark ist es aber gefahrlos möglich, im Korallenriffbecken zu tauchen, um tierpflegerische Arbeiten vorzunehmen, ohne seine Wade zu verlieren. "Marina" gehört eher zu den zurückhaltenden Haivertretern. Viele Haie zählen zu den bedrohten Tierarten.

Korallenlandschaften – Ein besonderer Schwerpunkt des Aquarienhauses

Während Korallenfische bereits seit über 50 Jahren in Aquarien gepflegt werden und seit etwa 30 Jahren auch Korallen, fing die erfolgreiche Haltung von riffbildenden Steinkorallen in Schauaquarien erst vor etwa 15 Jahren an. Sterile Korallenskelette in den Becken sind heute die Meerwasseraquarien von gestern. Korallen leben in flachen, tropischen Meeresgebieten; sie brauchen eine Mindesttemperatur von etwa 18-20°C. Systematisch gehören die Korallen zu dem Tierstamm der Nesseltiere. Die Steinkorallen gehören zur Unterklasse der Hexacorallia. Ihre Polypen sitzen in starren Kalkskeletten. Es gibt einige seltenere einzeln (solitär) lebende Steinkorallen (Gattung Fungia), die einen Durchmesser von 50 cm erreichen können. Bei ihnen sind die zentrale Mundöffnung und die einzelnen Tentakel gut zu erkennen. Die meisten Steinkorallen bilden jedoch Kolonien, die aus einigen wenigen oder Tausenden kleiner Polypen (ca. 5 mm) bestehen. Bei den in Kolonien lebenden Arten wird das Verhalten der einzelnen Korallenpolypen durch ein gemeinsames Nervennetz koordiniert. Die Polypen, die im wesentlichen aus einem Magenraum, einer Fußscheibe und einer Mundöffnung bestehen, die von einem Tentakelkranz umgeben ist, können zum Schutz vollständig in das harte Kalkskelett zurückgezogen werden. Steinkorallen sind die Hauptbildner der gewaltigen Korallenriffe, die zusammen ungefähr 15% der Kontinentalsockel bedecken. Ihre Produktivität ist gewaltig und ihre Kalkbildung enorm: jährlich binden sie mehr als 900 Millionen Tonnen Calciumcarbonat! Riffbildende Steinkorallen besitzen immer symbiotische Algen, die Zooxanthellen.

Lebensgemeinschaft Korallenriff

Ohne die Lebensgemeinschaft zwischen den Korallenpolypen und den Algen wäre es nicht möglich, derart imponierende unterseeische Bauwerke zu schaffen, wie es die Korallenriffe sind. Die Ansprüche der Steinkorallen an ihre Umwelt sind hoch: sie brauchen extrem sauberes, nährstoffarmes Wasser, ausreichend Licht für die Photosynthese, gute Strömungsverhältnisse, optimal eingestellten pH-Wert, ausreichende Mengen an Kohlendioxid, Kalziumionen, Hydrogencarbonat, Spurenelemente in geringen Mengen und vieles mehr. Bei der Haltung von Steinkorallen gemeinsam mit Korallenfischen muss auch beachtet werden, dass viele Fische Nesseltiere fressen; einige haben sich hierbei sogar auf spezielle Arten als Hauptnahrung eingestellt. Große Arten können die zarten Polypen der Steinkorallen mechanisch schädigen oder durch die permanente Störung verhindern, dass sich die Polypen öffnen. Inzwischen ist es nicht nur möglich, Steinkorallen durch Fragmente der Korallenstöcke zu vermehren, sondern bei sehr vielen Arten gelingt inzwischen auch die künstliche Aufzucht von Korallenlarven nach der sexuellen Fortpflanzung.

Letzteres ist insbesondere für die Versorgung des internationalen Aquaristik-Marktes von Bedeutung, denn die Zucht der Steinkorallen entlastet das gefährdete Ökosystem Korallenriff. In diesem Zusammenhang ist auch zu beachten, dass sämtliche Steinkorallen dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen unterliegen und somit strenge Regelungen hinsichtlich des An- und Verkaufs vorliegen. Vergesellschaftet mit Scheiben- und Krustenanemonen, Hornkorallen, verschiedenen Korallenfischarten (z.B. Riffbarschen, Doktorfischen, Korallenwächtern) sowie Wirbellosen wie Schnecken, Muscheln, Seeigeln, Seegurken und Krebsen lassen im 19.000 Liter fassenden Meerwasser-Achteckbecken im Tierpark + Fossilium Bochum zahlreiche verschiedene Steinkorallenarten die Schönheit eines Korallenriffs erahnen.

Schwarzspitzen-Riffhai (Foto: D. Schäfer)
Schwarzspitzen-Riffhai (Foto: D. Schäfer)
Schwarzspitzen-Riffhai (Foto: D. Schäfer)
Schwarzspitzen-Riffhai (Foto: D. Schäfer)
Korallen
Korallen
Korallen
Korallen
Clownfisch mit Seeanemone
Clownfisch mit Seeanemone
Palettendoktorfisch
Palettendoktorfisch
Pinzettfisch
Pinzettfisch
Clownfisch
Clownfisch