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Bedrohte Schildkröten kehren in die Wildnis zurück - „Zootier des Jahres“ erbringt mehr als 50.000 Euro

Foto IZS Muenster Scharnierschildkroete

Foto TPBO Seychellen Riesenschildkroete

Ein großer Erfolg für den Artenschutz: Die Kampagne „Zootier des Jahres“ hat 2018 mehr als 50.000 Euro für den Schutz der Scharnierschildkröten erbringen können. Diese Mittel gehen nun zwei Institutionen zu, die sich um die Rettung der hochbedrohten Gattung bemühen: dem Internationalen Zentrum für Schildkrötenschutz in Münster und dem Angkor Centre for Conservation of Biodiversity in Kambodscha. Mit den Spendengeldern werden besonders nachhaltige Maßnahmen, wie die bevorstehende Auswilderung von mehr als 100 Scharnierschildkröten unterstützt, die sich nicht über die laufenden Budgets finanzieren ließen. „Wir sind sehr froh, dass wir erneut so viele Spenden einwerben konnten“, sagt Dr. Sven Hammer von der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP), die die Kampagne vor drei Jahren initiiert hatte. „Jetzt drücken wir die Daumen, dass die Auswilderung in Kambodscha gelingen wird.“ Der Tierpark + Fossilium Bochum unterstützt die internationale Kampagne als Bronzeförderer. Dazu sammelte der Zoo das gesamte Jahr über Spenden, die den Artenschutzprojekten in Münster und Kambodscha zu Gute kommen. Zoodirektor Ralf Slabik: „Wir danken allen Besucher*innen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. Auch in Bochum halten wir mit der Europäischen Sumpfschildkröte, der Köhlerschildkröte und der Seychellen-Riesenschildkröte, drei Arten, die in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet durch die Zerstörung des Lebensraumes oder illegale Jagd bedroht sind. Wir freuen uns, dass wir mit unserer Aufklärungsarbeit auf das wichtige Projekt „Zootier des Jahres“ aufmerksam machen und für den Schutz der Scharnierschildkröten sensibilisieren konnten.“

 

Im Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB) wird besonders die Aufzucht von Amboina-Scharnierschildkröten betrieben. Damit die Auswilderung der 100 Tiere in einem gut geschützten Gebiet möglichst erfolgreich sein kann, wird über die Spendengelder kostspielige Telemetrie-Ausrüstung beschafft. Über die Sender, mit denen man ausgewilderte Tiere ausstattet, kann man ihren Weg verfolgen und auf diese Weise mehr über bevorzugte Lebensräume, die Größe von Territorien und Abwanderung lernen. Diese Studien sind dringend notwendig, um den Erfolg von Wiederansiedlungen zu erhöhen. Das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz in Münster hat in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich Scharnierschildkröten aufgezogen. Darunter auch Arten, bei denen Experten davon ausgehen müssen, dass sie im Freiland bereits ausgerottet sind. Mit den Spendengeldern der Kampagne werden nun dringend benötigte Gehege für die Aufzucht und Haltung dieser anspruchsvollen Tiere finanziert. Dazu gehört auch die Anschaffung neuer Aquarientechnik.

 

Scharnierschildkröten benötigen je nach Art sechs bis 14 Jahre bis sie die Geschlechtsreife erreichen. Nach der Paarung legt ein Scharnierschildkröten-Weibchen nur ein bis sechs Eier ab. Bei dieser Fortpflanzungsstrategie ist es bemerkenswert, dass 2018 in den beiden Einrichtungen zusammen 104 Jungtiere verschiedener Scharnierschildkrötenarten geschlüpft sind. Gerade diese Arten sind auf ein Überleben in menschlicher Obhut angewiesen, bis die Bedingungen im ursprünglichen Lebensraum eine erneute Ansiedlung dieser Tiere ermöglichen. Mit den Erträgen der Kampagne sind die beiden Erhaltungszuchtprojekte nun dafür gerüstet, sich weiter dem Kampf gegen das Verschwinden der Scharnierschildkröten zu widmen und auf diese Weise langfristig ihr Überleben zu sichern. Partner der Kampagne sind der Verband der Zoologischen Gärten, die Deutsche Tierpark-Gesellschaft, die Gemeinschaft der Zooförderer und weitere Tiergärten, Zoos und Verbände. Das neue „Zootier des Jahres“ wird am 17. Januar 2019 in Berlin verkündet werden.

 

Kontakt: Mag. med. vet. Viktoria Michel, Projektkoordinatorin „Zootier des Jahres“ (0157/82594559; zootierdesjahres(at)zgap(dot)de)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

19.12.2018 10:36 Alter: 91 Tage
Hab ich was verpasst? (Foto: D. Schäfer)
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Flamingoküken - 10 Tage alt
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Fischreiher (Foto: D. Schäfer)
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