Erneut Nachwuchs bei den Erdmännchen Das beliebteste Tier Bochums übt schon das Wache stehen
Im vergangenen September hielten südafrikanische Erdmännchen als neue Tierart Einzug in die gerade fertig gestellte Erdmännchen - Anlage des Tierparks Bochum.
Nach dem ersten Baby vom April wurde nun Anfang Juli zum zweiten Mal Nachwuchs gesichtet! Das kleine und noch etwas tapsig wirkende "Wollknäuel" ist rund 6 Wochen alt. Vor wenigen Tagen fiel es beim Versuch, es den Eltern mit dem aufrechten Stand auf den Hinterbeinen nachzumachen, noch regelmäßig um. Doch inzwischen kann es prima aufrecht stehen und übt nun – wie die "Großen" – ab und zu das "Wache Stehen". Droht vermeintliche Gefahr aus der Luft, so sausen die Erdmännchen auf kürzestem Weg in ihren selbst gegrabenen Erdbau. Macht der Kleine nicht schnell genug Platz, wird er dabei umgerannt und kugelt dann seinen Eltern in den unterirdischen Gang hinterher.
Das Erdmännchen-Baby ist täglich bis in den Abend hinein zusammen mit seinen Eltern in der Außenanlage zu sehen. Es genießt die – zurzeit wenige - Sonne und nascht - häufig nur eine Armeslänge von den Besuchern entfernt - ohne Scheu von Mamas "Milchvorräten".
Die Erdmännchengruppe besteht nun aus 6 Tieren. Die vier erwachsenen Erdmännchen stammen aus dem Zoologischen Garten Rostock und dem Stuttgarter Zoo "Wilhelma". In kürzester Zeit wurden die bisherigen Publikumslieblinge, die Pinguine, von der Zahl der Erdmännchen-Fans überholt, so dass die Erdmännchen inzwischen als die beliebtesten Tiere Bochums gelten.
Erdmännchen (Suricata suricatta) sind tagaktive Säugetiere aus der Ordnung der Raubtiere. Zusammen mit den Mungos zählen sie zu den bekanntesten Vertretern der Familie der Mangusten. Erdmännchen leben in Südafrika, Namibia und Südwest-Angola. Hier leben sie in offenen Savannen und trockenen Graslandschaften mit wenigen Deckungsmöglichkeiten. Ihr Tagesablauf und ihr gesamtes Verhalten richten sich darauf aus, in deckungsarmen Landschaften Beute zu machen, ohne dabei selbst zur Beute zu werden. Einzelne Tiere haben nur geringe Überlebenschancen. Durch ihre soziale Lebensweise in Familienverbänden mit geschickter Arbeitsaufteilung können drohende Gefahren jedoch rechtzeitig erkannt und andere Familienmitglieder gewarnt werden. Dabei gibt der Wächter einen lauten Warnruf von sich, der sich für Luft- und Bodenfeinde unterscheidet und auch etwas über die Entfernung aussagt, in der sich der Feind befindet.
Erdmännchen sind ausgesprochen gesellige, neugierige und verspielte Tiere. Häufig leben mehrere Familienverbände friedlich in einer Kolonie. Erdmännchen leben in natürlichen Höhlen oder in selbsterstellten unterirdischen Bauten mit mehreren Ein- und Ausgängen. Aufrecht stehend an meistens erhöhten Stellen überwachen ein oder mehrere Familienmitglieder die Umgebung. Ihre natürlichen Feinde sind Schlangen, Schakale und Greifvögel. Erdmännchen jagen und erbeuten ihrerseits kleine Wirbeltiere wie Eidechsen, Vögel und Mäuse sowie Wirbellose Tiere wie Insekten, Spinnen und Schnecken. Pflanzliche Kost macht nur einen geringen Teil ihrer Nahrung aus.
Die Weibchen können nach einer Tragzeit von jeweils rund 10 Wochen einen bis vier Würfe pro Jahr bekommen, wobei ein Wurf aus einem bis vier Jungen besteht. Diese werden zwei Monate gesäugt und werden nach etwa einem Jahr geschlechtsreif. Ab etwa sechs Monaten beteiligen sie sich als Wächter oder Helfer für andere Aufgaben. Erdmännchen werden bis zu sechs Jahre alt, in Zoos häufig deutlich älter. Sie werden 25 – 30 cm groß und erreichen ein Gewicht von 600 bis 1000 Gramm. In der Natur leben Erdmännchen in Gruppen von bis zu 40 Tieren.








