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Liebesglück im Amazonas – Kugelgürteltier-Junggeselle bekommt eine Partnerin

26.04.2019

Mit winzigen, aber flinken Trippelschritten flitzt Kugelgürteltier Hektor im Tierpark + Fossilium Bochum durch seine Anlage. Mit der Nase sucht er am Boden nach Insekten, während über ihm eine Gruppe von Lisztaffen – südamerikanische Krallenaffen – von Ast zu Ast springt. Bisher bewohnte das männliche Kugelgürteltier sein Domizil als Junggeselle allein, doch jetzt hat er eine neue Partnerin: Armanda!

Das junge Weibchen zog aus Schwerin in den Bochumer Zoo und hatte zunächst Zeit, in Ruhe ihr neues Revier zu erkunden und sich einzugewöhnen, während Hektor hinter den Kulissen auf das erste Zusammentreffen wartete. „Nach Ostern haben wir die beiden Kugelgürteltiere miteinander bekannt gemacht und das erste Beschnuppern genau beobachtet“, berichtet Reviertierpflegerin Inga Riebel und fährt zwinkernd fort: „Es war Liebe auf den ersten Blick! Hektor begann unmittelbar damit, seine neue Partnerin zu umwerben und tatsächlich gab es schon in den ersten Tagen knisternde Momente.“ Trotz aller Harmonie hat Weibchen Armanda ihrem Verehrer schnell klar gemacht, dass sie auch gelegentlich ihren Freiraum braucht. Deshalb flitzt das Handball-große Tier auch hin und wieder alleine durch die Anlage. Außerdem gibt es für beide getrennte Schlafboxen. Inga Riebel: „Kugelgürteltiere sind eigentlich Einzelgänger. Bei einer Paarhaltung ist es daher wichtig, dass sich beide Tiere bei Bedarf aus dem Weg gehen können. Aber wir haben auch schon beobachtet, dass Hektor und Armanda zusammengerollt, eng beieinander in einer Box geschlafen haben. Zu zweit ist es eben doch am schönsten.“

Kugelgürteltiere sind – wie ihr Name schon sagt – die einzigen Gürteltiere, die sich zu einer perfekten Kugel zusammenrollen können, die von Stirnschild und Schwanz verschlossen wird. Ihre feste, panzerartige Haut schützt sie vor Gefahr und Fressfeinden. Bevor sie sich ausrollen, strecken sie zunächst ihre Nasen hervor. Auch das ist typisch für Gürteltiere, denn anders als die meisten nachtaktiven Tiere haben sie keinen guten Sehsinn. Sie sind kurzsichtig und nehmen keine Farben wahr. Dafür können die südamerikanischen Kleinsäuger aber umso besser riechen und nutzen ihren Geruchsinn zur Orientierung. Wie bei vielen anderen südamerikanischen Arten ist auch der Bestand der Kugelgürteltiere durch den zunehmenden Lebensraumverlust bedroht. Von der Bevölkerung werden Gürteltiere außerdem als Nahrungsquelle gejagt oder als Heimtiere gehalten.

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