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Eine neue Tierart für den Tierpark + Fossilium Bochum: Zwei Pakas sind nun Untermieter der Totenkopfaffen

24.09.2019

Ihr braunes Fell mit weißen Punkten erinnert an ein junges Reh, doch der Kopf gleicht dem einer Maus. Dabei sind die zwei neuen Untermieter der Totenkopfaffen im Tierpark + Fossilium Bochum mit gerade einmal fünf Monaten bereits so groß wie eine ausgewachsene Hauskatze. „Für die meisten Laien sind unsere neuen Flachlandpakas zunächst schwer einzuordnen, da sie wenig bekannt und nur selten in Zoos gehalten werden. Sind es vielleicht Huftiere oder größere Meerschweinchen? Mit der zweiten Vermutung kommt man des Rätsels Lösung schon näher, denn Pakas gehören tatsächlich zu den Nagetieren, sind in Südamerika beheimatet und zumindest mit den Meerschweinchen verwandt“, erklärt Zootierpfleger Nicolas Jung.

Vor wenigen Tagen bezog das Geschwisterpaar aus dem Tiergarten in Schönebeck sein neues Domizil und wurde zunächst mit Skepsis begrüßt, wie Nicolas Jung berichtet: „Unsere Totenkopfaffen mussten sich erst einmal an die neuen Untermieter gewöhnen. Nach dem ersten ‚Affentheater‘ stellten sie aber schnell fest, dass ihr Revier in den erhöhten Ästen keineswegs durch die hauptsächlich bodenbewohnenden Pakas bedroht ist.“ Pakas sind überwiegend dämmerungs- bzw. nachtaktiv und können sich mithilfe ihrer angepassten Augen und ihres guten Geruchsinns problemlos in der Dunkelheit orientieren. Tierparkbesucher*innen können die Neuankömmlinge jedoch auch tagsüber bei ihrem Nickerchen beobachten. „Gegen Mittag unterbrechen die beiden Nager ihr Schläfchen auch gerne mal für einen kleinen Snack aus frischem Obst und Gemüse“, weiß Nicolas Jung. „Dabei ist das Weibchen aktuell noch wesentlich forscher unterwegs als ihr eher zurückhaltender Bruder.“

In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in Mittel- und Südamerika bewohnen Pakas unterholzreiche Wälder und bevorzugen dabei die Nähe von Gewässern. Bei Gefahr knirschen und klappern sie drohend mit den Zähnen. Wird ihnen die Situation zu heikel, flüchten sie ins Wasser, wo sie ihren Feinden als ausgezeichnete Schwimmer meist schnell entkommen. Laut Einschätzungen der Weltnaturschutzunion ist der Bestand der Pakas (noch) nicht gefährdet. Allerdings gelten die Nagetiere in einigen südamerikanischen Ländern, wie Ecuador, als Delikatesse und wurden lange Zeit bejagt. Mittlerweile ist dies jedoch verboten und auch der internationale Handel dieser Tierart ist durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen streng geregelt.

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