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Die „Asienwelten“ nehmen Gestalt an - Die ersten Tiere sind eingetroffen

12.12.2019

Mit großen schwarzen Knopfaugen und noch ein wenig verschlafen schauen die vier Kurzkopfgleitbeutler Reviertierpflegerin Inga Riebel an, die sie für den täglichen Check-Up behutsam aus ihrem „Schlafsack“ hebt. Die beiden Männchen und zwei Weibchen gehören zu den Beuteltieren und werden auch Sugar Glider genannt. Sie sind die ersten Neuankömmlinge, die zukünftig die neuen „Asienwelten“ im Tierpark + Fossilium Bochum bewohnen werden. Die Sparkasse Bochum unterstützt den Bau der neuen Lebensraumanlage mit einer Spende von 500.000 Euro an die Bochumer Tierparkfreunde e.V.  

„Sugar Glider sind in den Wäldern Neuguineas und Australiens beheimatet. Sie sind nachtaktiv und leben in kleinen Kolonien oder Familiengruppen zusammen. Ihre größte Besonderheit ist eine weiche Flughaut zwischen den Gelenken der Vorder- und Hinterbeine. Breiten die Beuteltiere diese aus, können sie wie mit einem Gleitschirm von Baum zu Baum segeln und dabei Distanzen von fast 60 Metern überwinden“, erklärt Inga Riebel. Im Tierpark sind die Sugar Glider zunächst in einer Anlage hinter den Kulissen untergebracht, wo sie sich eingewöhnen können, bis ihr neues Quartier bezugsbereit ist. Inga Riebel: „Tagsüber kuschelt sich das Quartett am liebsten in einen gefütterten Beutel und krabbelt erst bei Einbruch der Dunkelheit heraus, um zu fressen und die Umgebung zu erkunden.“ In den „Asienwelten“ werden Besucher*innen die pelzigen Flugkünstler aber auch am Tag in Aktion erleben können, denn ein extra abgedunkelter Teilbereich des neuen Tieranlagenkomplexes wird exklusive Einblicke in die Gehege der nachaktiven Bewohner gewähren.

Seit Baubeginn im Juli dieses Jahres hat sich bereits einiges getan und die neue Attraktion des Tierparks nimmt immer konkretere Formen an. „Die Arbeiten an den Gebäuden sowie die Einfriedungen der Außenanlagen werden bis zum Ende des Monats abgeschlossen sein“, berichtet Zoodirektor Ralf Slabik. Im ersten Quartal 2020 sollen dann der tiergärtnerische Innenausbau sowie die Bepflanzung und Gestaltung der Außenanlagen erfolgen, sodass die neuen Bewohner sukzessive ihr Domizil beziehen können. „Bei Bauprojekten dieser Größenordnung können immer unvorhersehbare Ereignisse eintreten. So kam es auch bei uns bereits in der ersten Bauphase zu unplanmäßigen Schwierigkeiten bei den Erd- und Gründungsarbeiten. Altes Mauerwerk und größere Betonreste sind zu Tage gefördert worden. Diese haben im weiteren Verlauf des Baugeschehens auch die Arbeiten des Garten-Landschaftsbaus behindert“, begründet Ralf Slabik die Verzögerung der Fertigstellung und ergänzt: „Aber dafür wird es in den unverhofft dazugewonnenen Wintermonaten auf der Baustelle keinen Stillstand geben. Stattdessen werden wir beispielweise die gesamte Haustechnik den neusten tiergärtnerischen Möglichkeiten entsprechend anpassen.“ Dabei greift der Tierpark auf seine gesammelten Erfahrungen in der Aquaristik und Terraristik zurück. Das dort in Kooperation mit der Technischen Hochschule Georg Agricola bereits erfolgreich installierte und getestete Monitoringsystem soll nun auch in den „Asienwelten“ zum Einsatz kommen. Dort wird die digitale Überwachungstechnik die verschiedenen Parameter, wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit, kontrollieren, die an die individuellen klimatischen Bedürfnisse der verschiedenen Tierarten angepasst werden können.

Der neue Eröffnungstermin ist im Frühjahr 2020 geplant und wird rechtzeitig bekannt gegeben.  

AIS-Image
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