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Chirurgie im Zeichen der Spinnen - Doktorandin stellt Forschungsarbeit über Seidenspinnen im Tierpark vor

09.02.2020

Anna Bartz‘ Doktorarbeit hängt wortwörtlich am seidenen Faden – genauer gesagt an den Fäden der Seidenspinne. Am Universitätsklinikum Bonn forscht die Doktorandin an der Möglichkeit, die besonders reißfeste und dehnbare Spinnenseide in der Medizin einzusetzen. Zukünftig, so hofft sie, sollen mithilfe dieses natürlichen Materials Patienten mit Knochenbrüchen, Knochentumoren oder anderen orthopädischen Erkrankungen behandelt werden können. Am Donnerstag, 13.02.2020, entführt Anna Bartz im Tierpark + Fossilium Bochum in die faszinierende Welt der Spinnen und stellt ihre Forschungsarbeit vor.

Bereits im antiken Griechenland wurden die Fäden der Seidenspinne genutzt, um Wunden zu nähen oder kariöse Zähne zu behandeln. „Schon damals erkannte man die wertvollen Eigenschaften der großen Radnetzspinne, die in nahezu allen tropischen Ländern dieser Welt verbreitet ist“, erklärt Anna Bartz, die hofft, dass ihre Arbeit auch dazu beiträgt mit einigen negativen Vorurteilen gegenüber Spinnen aufzuräumen. Die gelbgoldenen Netze der Seidenspinne können einen Durchmesser von 1,5 m erreichen. Dabei beeindruckt die Spinnenseide in der Wissenschaft aber vor allem aufgrund ihrer enormen Stabilität und Elastizität sowie der antibakteriellen Wirkung. Während sich in den letzten Jahren die OP-Technik stark weiter entwickelt hat, mangelt es bisher jedoch an biologischem Knochenersatz bzw. an einem geeigneten Gerüst für diesen. Hier setzt die Doktorarbeit von Anna Bartz an. Regelmäßig besucht sie daher den Tierpark + Fossilium Bochum sowie den Düsseldorfer Aquazoo, um die dort lebenden Seidenspinnen zu „melken“. Die Fäden werden sorgsam von einem selbstkonstruierten Wickelautomat um eine Spindel gewickelt und anschließend weiter im Labor untersucht. Hier soll letztendlich eine optimale Trägerstruktur für die Geweberekonstruktion von Knorpel/Knochen (Tissue engineering) entwickelt werden.

Der Vortrag findet im Veranstaltungssaal des Tierparks zwischen der Kassenhalle und der Tierparkgastronomie „Franz Ferdinand“ statt. Der Einlass erfolgt ab 19:00 Uhr direkt über den Veranstaltungsraum, der Vortrag startet um 19:30 Uhr (Dauer ca. 1,5 h). Der Eintritt ist frei, es wird jedoch um eine Spende für die Referentin gebeten, um das Forschungsprojekt zu unterstützen. Medizinische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Nähere Informationen finden Sie unter: https://www.startnext.com/spinnenseide2

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