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Die Lage des Tierpark + Fossilium Bochum in der Corona-Krise

15.04.2020

Corona hat das öffentliche Leben in ganz Deutschland zum Erliegen gebracht – auch in den Zoos. Der Tierpark + Fossilium Bochum ist seit dem 15. März 2020 in Folge behördlicher Anordnungen für Besucher*innen geschlossen. Seit der vorübergehenden Schließung hat der Bochumer Zoo allein für den Monat März einen Umsatzverlust von 100.000 Euro zu verkraften. Außerhalb der Ferien dürfen Zoodirektor Ralf Slabik und sein Team zu dieser Jahreszeit im Regelfall 7.500 Besucher pro Woche im Park begrüßen. „Diese Einnahmen durch Eintrittsgelder sowie Erlöse aus dem Verkauf von Zooshop-Artikeln und der Durchführung zoopädagogischer Veranstaltungen fallen nun weg. Abgesehen davon fallen für uns die ertragreichen Osterferien aus, in denen wir üblicherweise 15.000 Besucher pro Woche verzeichnen dürfen“, berichtet Ralf Slabik.

Wie jeder andere Zoo sieht sich der Tierpark trotz Schließung mit weiterlaufenden, nicht unerheblichen Kosten konfrontiert, die sich in Bochum etwa auf 200.000 Euro im Monat belaufen. Mit seinen aktuell rund 3.600 Tieren begeistert der Tierpark jährlich über 340.000 Besucher*innen für die Tierwelt und gewährt faszinierende Einblicke in die Biodiversität der Erde. Gleichzeitig stellt das moderne Umweltbildungszentrum einen der wichtigsten außerschulischen Lernorte der Stadt dar. Um die hohe Qualität der Tierpflege und die Instandhaltung der Anlagen weiterhin zu gewährleisten, ist die Belegschaft des Tierpark + Fossilium Bochum auch weiterhin vor Ort im Einsatz.

Zoodirektor Ralf Slabik: „Mit der Stadt Bochum haben wir einen starken Partner, der uns in dieser Krise solidarisch zur Seite steht und uns unmittelbar finanzielle Unterstützung zugesagt und auch schon gegeben hat. Durch eine Sondervorauszahlung unseres jährlichen, städtischen Zuschusses bleiben wir als Betrieb auch in der Krise zumindest bis zum Sommer handlungsfähig. Wir stehen im engen Austausch mit Oberbürgermeister und Stadtkämmerin, mit denen wir gemeinsam an der Existenzsicherung des Tierparks arbeiten. Wir sind sehr zuversichtlich, dass es – sollte die Krise andauern und eine längere Schließung des Parks erforderlich sein - noch andere Lösungen geben wird.“

Ab April hat der Tierpark + Fossilium Bochum vorübergehend Kurzarbeit für seine Belegschaft angemeldet. Jedoch sollen die individuellen finanziellen Einbußen durch Ausgleichszahlungen kompensiert werden. Überstundenabbau und Teil-Geltendmachung von Urlaubsansprüchen gehören ebenfalls zu den Kompensationsmaßnahmen. „Die aktuelle Krise stellt uns wie viele andere Unternehmen vor eine nie dagewesene Herausforderung. Jedoch steht das Wohl unseres Teams für mich nach wie vor an erster Stelle. Daher setzen wir in dieser Zeit auf wechselseitige solidarische Verhaltensweisen von Mitarbeitenden und Unternehmung“, erklärt Ralf Slabik. Betriebsbedingte Kündigungen soll es aber nicht geben – so der aktuelle Stand.

Wer den Bochumer Tierpark unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende oder dem Kauf von Gutscheinen tun. „Der enorme Zuspruch aus der Bevölkerung gibt uns Kraft. Wir alle stecken gemeinsam in dieser Krise. Dass uns in erster Linie Menschen ihre Hilfe anbieten, die selbst auf diese angewiesen wären, berührt uns sehr und beweist, dass Solidarität und Zusammenhalt für einen Teil unserer Gesellschaft noch nicht zu Fremdwörtern geworden sind“, berichtet Ralf Slabik gerührt. Die Spendenaktion „Pfoten-Pate“, die der Tierpark jüngst ins Leben gerufen hat, hat bereits über 600 Personen zum Spenden animiert. Jetzt hofft der Tierpark auf weitere Nachahmer, die dem Zoo auf diesem Weg helfen, das Zooleben aufrecht zu erhalten.

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