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Vogelnachwuchs Down Under - Jungtiere bei den Maskenkiebitzen und auch bei Keas im Tierpark + Fossilium Bochum

18.05.2020

Im Sommer 2019 zogen die skurril aussehenden Masken-Kiebitze in die neu eröffnete Vogel-WG der Australienvoliere im Tierpark + Fossilium Bochum. Jetzt hat das Paar erstmals Nachwuchs bekommen! „Für uns ist dieser Zuchterfolg wirklich eine große Freude. Er zeigt, dass sich die Tiere in ihrer großzügigen Anlage wirklich gut eingelebt haben, denn dass eine Naturbrut beim ersten Versuch gelingt, ist keine Selbstverständlichkeit“, berichtet Jens Stirnberg, Abteilungsleiter der Zoologie im Bochumer Tierpark. Zu Beginn der Brutsaison errichtete das Kiebitzweibchen ihr Nest als gut getarnte Mulde im Boden und polsterte es mit Pflanzenmaterial aus. Nach knapp einem Monat schlüpften drei kleine Kiebitze aus ihren Eiern. Schon beim Nachwuchs ist der Ansatz der charakteristischen Gesichtsmaske der Vögel gut zu erkennen. Später wird sich die noch dunkle Maske gelb färben und die herabhängenden Hautlappen werden sich stärker ausprägen. Das Gefieder der Jungvögel ist schwarzbraun gefleckt, sodass sie am Boden oder unter Sträuchern gut getarnt sind. Die Vogeleltern verteidigen ihre Küken lautstark und greifen potentielle Angreifer im Flug an, sodass sich selbst die Zootierpfleger im Tierpark bei ihren routinemäßigen Kontrollen in Acht nehmen müssen. Aufgrund der knöchernen Sporen am Flügelende kann die Begegnung mit einem Maskenkiebitz durchaus schmerzhaft enden, weshalb sie auch den Beinamen „Soldatenkiebitze“ tragen. Ihre Voliere teilen sich die auffälligen Vögel mit drei australischen Taubenarten – Buschtauben, Friedenstäubchen und Wongatauben – sowie mit einem schillernden Schwarm Gebirgsloris.

Nur einen Katzensprung vom australischen Outback entfernt liegt der Inselstaat Neuseeland. Auch im Tierpark finden Besucher die Voliere der neuseeländischen Keas direkt neben der australischen Vogel-WG. Die Bochumer Nestorpapageien gelten schon länger als absolutes Traumpaar, haben sie doch in den vergangenen Jahren regelmäßig erfolgreich Nachwuchs großgezogen. Auch in diesem Frühjahr hat es mit der Nachzucht geklappt. Am 25. März 2020 schlüpfte das Kea-Küken aus seinem Ei. In der geschützten Bruthöhle hat sich der kleine Papagei in den letzten Wochen bereits zu einem kräftigen Jungvogel entwickelt. Dort wird er als Nesthocker noch mindestens vier weitere Wochen verbringen, bis er das erste Mal die Höhle für selbstständige Ausflüge verlässt. 

Der Bestand der wildlebenden Keas in den Alpen Neuseelands ist in den vergangenen Jahrzehnten gefährlich zurückgegangen. Gründe dafür sind vor allem illegale Tötungen der Vögel. Aber auch die Einführung von Nahrungskonkurrenten und Nesträubern wurde den Keas zum Verhängnis. Umso wichtiger sind die Erhaltungszuchtbemühungen der Zoos, an denen sich auch der Tierpark + Fossilium Bochum beteiligt, um den Kea vor dem Aussterben zu bewahren.

AIS-Image
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