Aktuelles

Kletterkünstler und Kokosnussknacker - Tierpark begrüßt seltene Krebsart und begeht den Tag der Biodiversität

20.05.2020

Es ist das größte landlebende Krebstier der Erde und seine Scheren sind so stark, dass sie selbst die Schale einer Kokosnuss knacken! Ab sofort können Tierparkbesucher*innen das imposante Tier im Bochumer Aquarien- und Terrarienhaus entdecken, das auf den Namen „Palmendieb“ hört. „Palmendiebe tragen ihren Namen nicht ohne Grund“, verrät Revierleiter Sebastian Manickam. „Als Inselbewohner sammeln sie jegliches Strandgut ein, das sie zwischen die Scheren bekommen.“ Darüber hinaus gelten die Einsiedlerkrebse auch als hervorragende Kletterer. Aus diesem Grund findet man im neuen Domizil im Tierpark auch Palmenstämme, welche das Krustentier mit Leichtigkeit erklimmen kann. Zoodirektor Ralf Slabik zeigt sich besonders erfreut über den Neuzugang: „Wir sind sehr stolz, zurzeit der einzige Zoo in Deutschland zu sein, der dieses faszinierende Schwergewicht hält. Damit vergrößert sich die Vielfalt unserer Tierwelt hier im Tierpark um eine weitere Art. Ein passendes Ereignis anlässlich des Tages der Biodiversität, den wir am 22. Mai feiern.“

„Aus zoologischer Sicht sind Palmendiebe wirklich eine Besonderheit“, fährt Ralf Slabik fort. „Selbst international betrachtet gibt es nur wenige Erfahrungswerte anderer Zoos zur Haltung und Biologie, auf die wir zurückgreifen können. Umso wichtiger ist es für uns, unsere Erkenntnisse zukünftig der Zoowelt und Forschung zur Verfügung stellen zu können.“ Palmendiebe sind unter den Krebstieren echte Rekordhalter. Ausgewachsen erreichen sie eine Körpergröße von etwa 40 cm und bringen ein stolzes Gewicht von 4 kg auf die Waage. Im Laufe ihrer Entwicklung durchleben sie regelmäßige Häutungsphasen, für die sie sich mehrere Monate lang im Boden vergraben. In seiner Heimat – einzelne Inselgruppen im Indo-Pazifik - ist der Palmendieb dafür bekannt, Kokosnüsse zu knacken, um an das nahrhafte Fruchtfleisch zu gelangen. Auch die Bochumer Zootierpfleger bieten ihrem Neuankömmling daher gelegentlich die exotischen Früchte als besonderen Leckerbissen an. Ansonsten stehen aber auch verschiedenstes Gemüse, Krill, Fleisch, Nüsse und Obst auf dem Speiseplan. Während sich das Krebstier tagsüber meist zwischen die Steine und Pflanzen des Terrariums zurückzieht, wird es am späten Nachmittag aktiv und kann bei seinen Erkundungsgängen beobachtet werden. 

So vielfältig wie die Tierwelt des Tierparks sind auch die Einsendungen zum Malwettbewerb anlässlich des Internationalen Tages der Biodiversität, die den Tierpark in den vergangenen Wochen erreicht haben. Kinder zwischen sechs und elf Jahren waren dazu eingeladen, selbstgemalte Bilder ihres Lieblingstieres einzureichen. Aus den über 55 Einsendungen loste der Tierpark nun drei glückliche Gewinner aus, die sich über Preise, wie etwa ein Wimmelbuch oder eine Tierpatenschaft, freuen durften. „Die letzten Wochen waren für viele Kinder eine geeignete Zeit kreativ zu werden und sich mit ihren Lieblingstieren zu beschäftigen, um die Zeit bis zum nächsten Zoobesuch zu überbrücken. Wir freuen uns, dass dadurch so viele kreative Werke entstanden sind“, berichtet Zooschulleiterin Judith Becker zufrieden. Die Ergebnisse des Malwettbewerbes werden am 22. Mai 2020, zum Internationalen Tag der Biodiversität in Form einer Collage im Tierpark ausgestellt.

AIS-Image
AIS-Image