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Stachlige und pelzige Neuankömmlinge - Weitere Tiere beziehen die „Asienwelten“ im Tierpark + Fossilium Bochum

28.05.2020

Ihren Hinterteilen sollte man lieber nicht zu nahe kommen! Denn die dort wachsenden, namensgebenden Stacheln der neuen Bewohner im Tierpark + Fossilium Bochum sind wahrlich wirkungsvolle Waffen. Diese können 40 cm lang werden und sind mit Widerhaken ausgestattet. Fühlen sich Stachelschweine bedroht, richten sie ihre Stacheln zur Warnung auf und können diese im Ernstfall abschütteln, sodass sie sich in die Haut des Gegners bohren. Doch bis auf ihre besondere Körperbehaarung wirken die zwei Weißschwanz-Stachelschweine in den „Asienwelten“ wenig bedrohlich. Die beiden Nager sind aus den Tierparks in Nordhorn und Kleve zugezogen und haben vor kurzem ihr neues Domizil erobert. Das erste Beschnuppern unter den wachsamen Augen der Zootierpfleger lief erfolgreich. Seitdem teilt sich das Paar sogar schon eine Schlafbox. Hier wird tagsüber meist gekuschelt, denn so richtig aktiv werden Stachelschweine erst mit Einbruch der Dämmerung. Der Tierpark hofft, dass die Harmonie der Neuankömmlinge auch anhält, denn vor allem Stachelschweinweibchen gelten bei der Partnerwahl als besonders wählerisch. Bevor sie sich auf ein Männchen einlassen, werden dessen Qualitäten durch nächtliche „Probepaarungen“ getestet. Erfüllen diese die Erwartungen des Weibchens, gehen sie mit ihrem Wahlpartner eine lebenslange Bindung ein.

Auch die benachbarten Tierhäuser der „Asienwelten“ füllen sich. Bereits vor einigen Wochen zogen dort drei Asiatische Zwergotter, oder auch Kurzkrallenotter, ein. Sie gehören zu den kleinsten Otterarten der Welt. Die kleinen Raubtiere leben in Familienverbänden und haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Auch die Gruppe im Tierpark ist eine kleine Familie, denn die drei Otter- zwei Weibchen und ein Männchen - sind Geschwister. Sie erkennen sich gegenseitig zum einen am Geruch und zum anderen an ihren individuellen Stimmen. Das Domizil des Otter-Trios ist dem natürlichen asiatischen Lebensraum nachempfunden: dichte, tropische Vegetation und natürlich auch ein Wasserbereich, denn Otter sind hervorragende Schwimmer. Unter Wasser können sie ihre Ohren und Nasenlöcher verschließen. Ihr dichtes Fell ist außerdem wasserabweisend. Die Luft wird zwischen den Härchen eingeschlossen und isoliert so vor Kälte. Doch wer glaubt, alle Otter würden aufgrund der bevorzugten Nähe zum Gewässer nur Fisch fressen, der irrt. Tatsächlich fressen Zwergotter am liebsten Schalen- und Krebstiere, also Muscheln, Schnecken oder Flusskrebse. Aber auch kleinere Säugetiere, Amphibien, Reptilien oder Vogeleier stehen auf dem Speiseplan. Und zu frischen Beeren sagen sie auch nicht „Nein“.

AIS-Image
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