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Erfolgreiche Erstnachzucht bei seltenen Ibisvögeln: Die Waldrappe im Bochumer Tierpark haben Nachwuchs

07.08.2020

Vor drei Jahren zogen vier Waldrappe in den Tierpark + Fossilium Bochum. Für die Artenschutzarbeit des Bochumer Zoos war der Einstieg in die Haltung und gleichsam in das begleitende Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) der Ibisvögel ein wichtiger Schritt. In diesem Sommer gelang nun erstmals die Nachzucht der bedrohten Vogelart. Vier Wochen nach dem Schlupf ist der Jungvogel bereits ordentlich gewachsen und trägt schon ein dichtes, schwarzes Federkleid. Noch wird der Nachwuchs von beiden Eltern versorgt, bis er lernt, selbstständig Nahrung zu sich zu nehmen. „Uns macht es sehr stolz zu sehen, wie gut die Aufzucht des Jungvogels durch die Elterntiere klappt. Es war uns sehr wichtig, den jungen Eltern dafür viel Freiraum zu lassen, um Erfahrungen zu sammeln und nur im Notfall einzugreifen. Dies war zum Glück nicht nötig: Das Küken entwickelt sich wie es soll. Dies ist es ein positives und richtungsweisendes Zeichen für die Waldrappzucht hier im Bochumer Tierpark“, fasst Ralf Slabik erfreut zusammen.

Waldrappe zeichnen sich durch ein sehr auffälliges Erscheinungsbild aus. Ihr prächtiges schwarzes, grün-violett schimmerndes Gefieder steht dabei im Kontrast zu ihrem kahlen Kopf, der von langen Schopffedern eingerahmt ist. Bei Jungvögeln ist der Kopf hingegen noch grau befiedert. Ebenfalls charakteristisch sind der rote, gekrümmte und schmale Schnabel sowie die hellen Beine, die aus dem schwarzen Federkleid herausragen. Waldrappe sind gesellige Tiere und pflegen ausgiebige Begrüßungsrituale. So sind auch aus der Bochumer Voliere gerade während der Jungtieraufzucht laute „Schlürfgeräusche“ – ähnlich der Trinkgeräusche mit einem Strohhalm - zu vernehmen, die die bizarren Vögel von sich geben.

Bereits in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde der einst heimische Waldrapp aufgrund starker Bejagung in Europa vollständig ausgerottet. Noch heute zählt er zu den am stärksten bedrohten Vogelarten weltweit. Dank der Bemühungen der Zoogemeinschaft durch übergreifende Zuchtprogramme konnte mittlerweile jedoch eine stabile Reservepopulation aufgebaut werden. Mithilfe angegliederter Auswilderungs- bzw. Wiederansiedlungsprojekte haben sich außerdem bereits kleinere Kolonien z.B. in Süddeutschland und Österreich gebildet.

AIS-Image
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