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Schweinisches Babyglück: Die Kune Kune im Tierpark + Fossilium Bochum haben Nachwuchs

21.08.2020

Auf kurzen Beinen und mit ihren kleinen Rüsseln voran erkunden die beiden Jungtiere der Kune Kune-Schweine im Tierpark + Fossilium Bochum ihre Umgebung. Für die Elterntiere „Carne“ und „Bocca“, die im Sommer 2018 in den Tierpark kamen, ist es der erste Nachwuchs. „Unsere Kune Kune-Schweine waren von Anfang an ein harmonisches Paar. Als Mitglied des Europäischen Zuchtverbands EKKPS (European Kune Kune Pig Society) freuen wir uns natürlich besonders über diesen Zuchterfolg und hoffen, dass auch unser Kune Kune-Nachwuchs durch die Koordination des Verbandes zukünftig neue Zuchtgruppen bereichern wird“, berichtet Zoodirektor Ralf Slabik. Die ersten Tage nach der Geburt verbrachten Sau und Ferkel im warmen Stroh des Stalls. Mittlerweile sind die kleinen Eber bereits vier Wochen alt und unternehmen regelmäßig gemeinsam mit ihrer Mutter „Bocca“ Ausflüge auf dem Auslauf der Schweine. Noch werden sie gesäugt, doch die Jungtiere nehmen auch bereits erste feste Nahrung zu sich. Schweine sind Allesfresser, im Tierpark bekommen die Kune Kune aber vor allem viel vitaminreiches Gemüse. An der Fellzeichnung der Ferkel lassen sich deutlich die Einflüsse der Elterntiere erkennen. Während Eber „Carne“ vor allem das gefleckte Muster an seinen Nachwuchs vererbt hat, konnte sich zumindest bei einem Jungtier auch das rote Fell von Sau „Bocca“ durchsetzen.

Die Rasse der Kune Kune stammt aus Neuseeland, wo sie von den Ureinwohnern, den Maoris, ihren Namen erhielten, der übersetzt „fett und rund“ bedeutet. Man geht davon aus, dass sie polynesischen Seefahrern auf ihren Reisen als Nahrung dienten und so nach Neuseeland eingeführt wurden. Bei den Maoris waren die Schweine aufgrund ihres ruhigen Wesens sowie der Fleisch- und Fettqualität ebenfalls sehr beliebt. Ein charakteristisches Merkmal der Rasse sind die beiden Troddeln – zwei kleine Hautlappen - unter dem Kinn, die die Maori „Piri Piri“ nennen. Mit der Ausbreitung der europäischen Siedler nahm der Bestand der Kune Kune in der Vergangenheit jedoch immer weiter ab, sodass die Rasse in den 1970er Jahren nahezu ausgerottet war. Es ist den Bemühungen einiger Züchter und Wildparkbesitzer zu verdanken, dass ein kleiner Restbestand reinrassiger Tiere schließlich den Fortbestand der Kune Kune sichern konnte. Der Zuchtverband, ein Zusammenschluss aus Privathaltern und Zoos, setzt sich bis heute für den Erhalt der Kune Kune und somit für eine größere Diversität alter und seltener Haus- und Nutztierrassen ein.

AIS-Image
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