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Versorgungszentrale für rund 4.000 Tiere - So viel Qualität und Fachwissen steckt im Futtermanagement des Tierpark + Fossilium Bochum

27.11.2020

Die einen lieben es frisch, grün und fruchtig, die anderen proteinreich, knackig und noch zappelnd und wieder andere bevorzugen ihr Futter roh und blutig. So unterschiedlich wie auch die Vorlieben und Nahrungsverträglichkeiten bei uns Menschen sind, so divers sind sie auch im Tierreich. Um ihre rund 4.000 Schützlinge optimal versorgen zu können, sind die Zootierpfleger*innen des Tierpark + Fossilium Bochum rund um die Uhr im Einsatz. Die Dreh- und Angelpunkte bilden dabei die drei im Park vorhandenen Futterküchen, in denen die Futtermittel gelagert und das Futter täglich frisch zubereitet werden. Selbst die Corona-Krise bedeutet keine Ausnahme: Während der Tierpark für den Besucherverkehr vorübergehend geschlossen ist, geht die Arbeit mit und für die Tiere für das Zoopersonal wie gewohnt weiter.

„Die tiergerechte Versorgung unserer Pfleglinge steht für uns an erster Stelle. Wie in der gehobenen Gastronomie haben dabei Frische, Qualität und Expertise höchste Priorität“, betont Zoodirektor Ralf Slabik und ergänzt: „In diesem Monat traten die Polizei Bochum und das Veterinäramt der Stadt mit einer Beschlagnahmung von sowohl tiefgekühlten, als auch lebenden Meerestieren an uns heran, die ursprünglich für die Gastronomie gedacht waren. Natürlich wurde das beschlagnahmte Gut von uns penibel geprüft. Während ein Großteil der lebenden Tiere, wie Taschenkrebse und Muscheln, als Schautiere in unseren Kaltwasseraquarien untergebracht werden konnten, wurden die Chinesischen Wollhandkrabben, die laut EU-Verordnung Nr. 1143/2014 als invasive Art nicht gehalten werden dürfen, eingefroren und als Futtertiere an benachbarte zoologische Einrichtungen weitergegeben. Die zuvor bereits tiefgekühlten Lebensmittel mussten wir aufgrund der unterbrochenen Kühlkette jedoch letztendlich entsorgen – denn was für den menschlichen Verzehr ungeeignet ist, entspricht auch nicht den Futtermittelansprüchen für unsere Tiere.“

Um Zoobesucher*innen einen Einblick in den Arbeitsalltag der Zootierpfleger*innen zu geben und zu vermitteln, wie viel Aufwand und Fachwissen in der adäquaten Versorgung der Zootiere stecken, setzt die Tierparkleitung auf Transparenz. So ermöglicht beispielsweise die Schaufutterküche einen ungehinderten Blick auf die Zubereitung der Tiermahlzeiten. „Die Tiere leben ja gesünder als wir“ - Diesen Satz hören Tierpfleger*innen im Zoo nur all zu oft. Futtermittelbestimmung, -berechnung und -zusammenstellung sind fester Bestandteil der Ausbildung und Prüfung der Tierpfleger bzw. Tierpflegerinnen der Fachrichtung Zoo. Wie in jedem anderen Beruf, ist jedoch auch die regelmäßige Fort- und Weiterbildung essenziell. Schließlich sieht man sich im Laufe des Berufslebens immer wieder mit neuen Tierarten konfrontiert, die andere Bedürfnisse haben. Jedoch ist nicht nur die Tierart allgemein mit ihren charakteristischen Anforderungen und ihrem spezifischen Stoffwechsel, sondern auch das Individuum zu berücksichtigen. So benötigen sehr junge Tiere eine andere Ernährung als ältere Pfleglinge und Tiere in der Fortpflanzungsphase eine andere Diät, als solche, die sich z.B. gerade in die Winterruhe verabschieden. Auch auf vorhandene Erkrankungen kann und muss mit der Fütterung eingegangen werden. Dabei ist es wichtig, sich auch mit den Inhaltsstoffen verschiedener Lebens- und Futtermittel auseinanderzusetzen. Schließlich spielen auch saisonale Faktoren, wie die Witterung, eine Rolle, sodass die Futterpläne regelmäßig von der zoologischen Abteilungsleitung überarbeitet, angepasst und mit der Zoodirektion sowie dem zuständigen Veterinärmediziner abgestimmt werden.

Zoodirektor Ralf Slabik: „In den Köpfen vieler ist noch das veraltete Bild eines Zoos verankert, der seine Tiere über Futterspenden, wie altes Brot, Kastanien, Eicheln oder Fallobst ernährt. Diese Zeiten sind allerdings längst überholt! Das Futtermanagement einer modernen zoologischen Einrichtung verlangt höchste Qualität – angefangen bei der Erstellung von Futterplänen, über den Einkauf und die Lagerung der Futtermittel, bis hin zur Verarbeitung. Die eigentliche Voraussetzung für eine erfolgreiches, qualitativ hochwertiges Futtermanagement bildet aber ein Team aus ausgebildeten Fachkräften, Zootierpflegern, Biologen und einem Veterinärmediziner, das wir hier im Tierpark + Fossilium Bochum vereinen.“

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