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Zoos sind sichere Ausflugsziele - Verbände wollen Familien im Lockdown-Stress entlasten

23.02.2021

Die verbandlich organisierten zoologischen Gärten und Tierparks haben sich gestern mit einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer gewandt: Darin bitten sie darum, ab März wieder ihre Türen öffnen und Familien im Lockdown-Stress ein sicheres Ausflugsziel bieten zu dürfen. In ihrem Schreiben betonen der Präsident des Verbandes der Zoologischen Gärten, Prof. Dr. Jörg Junhold und seine Kollegen Gert Emmrich von der Deutschen Tierpark-Gesellschaft und Eckhard Wiesenthal vom Deutschen Wildgehege-Verband den Umstand, dass ihre Tierparks und zoologischen Gärten seit dem ersten Tag der Pandemie die zum Schutz der Bevölkerung vor Covid-19 notwendigen Maßnahmen mittragen. „Wir haben die zwingende Notwendigkeit über lange Monate gegenüber unseren jährlich insgesamt mehr als 50 Millionen Besuchern vertreten, auch wenn uns die Einnahmen fehlen“, sagt Jörg Junhold, selbst Zoodirektor in Leipzig. „Wir betrachten uns als verlässlichen Partner der Politik.“

Angesichts sinkender Infektionszahlen und dem steigenden sozialen Druck in vielen Familien könnten die Zoos Eltern und Kindern die Möglichkeit zum Ausgleich bieten. „Wir erleben es doch auch selbst: Im Lockdown-Stress fehlen nach Monaten zu Hause dringend geschützte Räume für sichere Ausflüge erst recht bei dem verlockenden Wetter“, sagt Präsident Jörg Junhold. „Und die Hygienekonzepte unserer Mitglieder sind erprobt. Die stufenweise Öffnung der Außengelände und der geschlossenen Tierhäuser sowie die Aussteuerung von Kapazitäten lassen sich in Abstimmung mit den regionalen Behörden jederzeit an das Infektionsgeschehen anpassen.“ Aktuell haben nur die Tiergärten in Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und dem Saarland geöffnet.

Der Tierpark + Fossilium Bochum schließt sich den Forderungen der Verbände an. „Die Sehnsucht nach naturnahen Erholungsorten ist groß. Als Zoo können wir dazu beitragen öffentliche Ballungsräume zu entlasten, indem wir ein sicheres Ausflugsziel mit kontrollierten Bedingungen bieten“, bekräftigt Zoodirektor Ralf Slabik. „Der unbändige Wunsch insbesondere der Familien nach einem entspannten, unbelasteten Zoobesuch ist enorm groß, das Unverständnis der Bürgerinnen und Bürger gerade bei schönem Wetter angesichts völlig überfüllter Parkanlagen und Naherholungsgebiete wächst rasant und die Verzweiflung über fehlende kindgerechte Angebote scheint überhandzunehmen, wenn man die Vielzahl von Mitteilungen bewertet, die uns täglich erreichen. Insofern ist es wenig erstaunlich, dass das bürgerschaftliche Engagement zur finanziellen Unterstützung des Bochumer Tierparks gerade jetzt noch nie dagewesene Ausmaße erreicht. Die Bürgerinnen und Bürger und insbesondere die Kinder unserer Stadt Bochum und darüber hinaus sorgen in der Wertschätzung für ihren Zoo für ein beeindruckendes Spendenaufkommen und tragen somit mit unserer Stadt zur Rettung ihres Tierpark + Fossilium Bochum bei und erwarten ungeduldig die Wiedereröffnung“, betont Ralf Slabik.

Die Verbandspräsidenten dankten in dem Brief Bund, Ländern und Kommunen ausdrücklich für die gewährten Leistungen zur Unterstützung, auch wenn sie aufgrund verschiedener Rechtsformen nicht allen zoologischen Gärten und Tierparks zugutekommen konnten.

AIS-Image