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Kein Aufatmen trotz Lockerungen: Zoos fordern Öffnungen losgelöst von Inzidenzwerten

19.03.2021

Im Zuge der Anfang März beschlossenen Lockerungsmaßnahmen der Bund- und Länderchefs haben die meisten zoologischen Einrichtungen in Deutschland aktuell geöffnet. Sie verfügen über gut funktionierende Schutz- und Hygienekonzepte, sie bieten auf ihrem Zoogelände ein größtmögliches Maß an Platz und Sicherheit und haben in die erfolgreiche Umsetzung dieser Konzepte großzügig investiert. „Wir begrüßen diesen ersten Schritt in die richtige Richtung, dennoch ist unser ohnehin schon eingeschränktes Tagesgeschäft stets von der Ungewissheit begleitet, wie lange wir geöffnet bleiben dürfen“, kritisiert Dr. Nils Kramer, Vize-Präsident der Deutschen Tierpark-Gesellschaft e.V. (DTG) und Direktor des Tierpark Nordhorn die gegenwärtigen Regelungen. „Je nach Bundesland richtet sich eine Öffnung nach den Kreis- bzw. Landesinzidenzwerten oder beides. Einige Zoos hatten aufgrund dessen bisher noch gar keine Möglichkeit zu öffnen.“

Anders als Wälder, Parks und Uferpromenaden sowie weite Teile städtischer Bereiche ohne Hygienekonzept stellen Tierparks einen kontrollierten Ort für die Freizeitgestaltung an der frischen Luft dar. Am Tag der Wiedereröffnung nach dem über vier Monate langen Lockdown begrüßte Ralf Slabik, Vizepräsident der DTG und Direktor des Tierpark + Fossilium Bochum, viele glückliche Besucher, die sich über ein Stück zurückgewonnener Lebensqualität und Abwechslung vom turbulenten Corona-Alltag freuten: „Zoos bieten Bürgerinnen und Bürgern ein Ventil der Erholung in diesen schwierigen Zeiten. Darüber hinaus geben uns die mit den Behörden abgestimmten Sicherheits- und Hygienemaßnahmen recht: Es ist unserer Kenntnis nach keine nachgewiesene Corona-Infektion durch einen Zoobesuch bekannt. Insofern sind Zoos nicht das Problem, sondern eine gemeinwohlorientierte Lösung!“

Zoos und Tierparks sind ein Frischlufterlebnis. Nichtsdestotrotz werden sie in einer Vielzahl von Landesverordnungen mit anderen Kultureinrichtungen, wie Museen, Theatern und Galerien gleichgesetzt, obwohl sich hier eine andere Situation darstellt. Ein Umdenken in der Bewertung der Politik wird diesbezüglich gefordert.

„Die Erfahrungen der Zoos und Tierparks offenbaren nach den ersten Tagen der Wiedereröffnung ein durchweg diszipliniertes Verhalten der Besucher, die alle Regeln zum Schutz der Gesundheit respektieren“, zeigen sich die Vorstandsmitglieder der Deutschen Tierpark-Gesellschaft e.V., Dr. Nils Kramer, Ralf Slabik und Gert Emmrich, erfreut. „Nach unserer Einschätzung würde nach kritischer Abwägung auch bei steigenden Fallzahlen einer durchgängigen Öffnung der Zoologischen Gärten nichts entgegenstehen – selbstverständlich in Abstimmung mit den Behörden und der Politik.“

AIS-Image
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