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Fortbildungen zum Umgang mit Wildtieren und Exoten - Die Feuerwehr der Stadt Bochum und der Tierpark + Fossilium Bochum beschließen eine Kooperation

22.04.2021

Die Feuerwehr Bochum sieht sich mit einer zunehmenden Zahl von Einsätzen (zurzeit ca. 400 pro Jahr) zum Thema „Tierrettung“ konfrontiert. Dabei kommt es zum Kontakt mit exotischen Tieren, wie Schlangen, Echsen, Schildkröten und Spinnen, aber auch mit heimischen Tierarten, wie Schwänen, Füchsen, Bienen, Wespen bzw. invasiven, gebietsfremden Arten, wie Kanadagänsen oder Nutrias. Umso wichtiger ist es für die Einsatzkräfte, auf eine umfangreiche Artenkenntnis zurückgreifen zu können, sowie einen routinierten Umgang mit Wildtieren zu entwickeln. Für die Ausbildung der Nachwuchskräfte bzw. für die Fortbildung ihrer Wachabteilungen in diesem Einsatzgebiet, möchte die Feuerwehr verstärkt mit dem Tierpark + Fossilium Bochum zusammenarbeiten, um den optimalen Schutz ihrer Mitarbeiter:innen gewährleisten und zugleich dafür sorgen zu können, dass Tiere in solchen Einsätzen art- und fachgerecht behandelt werden. Die offizielle Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung durch Sebastian Kopietz (Stadtdirektor), Simon Heußen (Amtsleiter der Feuerwehr Bochum) und Ralf Slabik (Geschäftsführer der Tierpark Bochum gGmbH) fand am Donnerstag, 22.04.2021, im Tierpark + Fossilium Bochum statt.

Stadtdirektor Sebastian Kopietz, dessen Zuständigkeitsbereich auch die Feuerwehr und den Rettungsdienst der Stadt Bochum einschließt, begrüßt die Kooperation der beiden Institutionen: „Bei besonderen Einsätzen der Tierrettung stehen der Schutz von Mensch und Tier im Fokus. Insofern ist es wertvoll und essenziell, dass die Experten der jeweiligen Fachgebiete aus Tierpark, Feuerwehr sowie unserem Ordnungs- und Veterinäramt eng zusammenarbeiten.“

„Notfälle im Zusammenhang mit Exoten oder Wildtieren, wie etwa der Kobra-Fall 2019 in Herne oder der Fund einer Schlangenhäutung zu Beginn des Jahres in einer Wattenscheider Kita, bleiben in Erinnerung und sorgen nicht umsonst in der Öffentlichkeit für Aufsehen, denn gerade die Gefährlichkeit einiger Gifttiere ist nicht zu unterschätzen. Da diese besonderen tierischen Einsätze inzwischen keine Seltenheit mehr darstellen, sind wir froh einen kompetenten Partner, wie den Bochumer Tierpark, an unserer Seite zu haben, der uns bei der Ausbildung unserer Mitarbeiter:innen unterstützt“, erklärt Simon Heußen, Amtsleiter der Feuerwehr Bochum.

Im Rahmen seines Bildungsauftrags, nicht nur als außerschulischer Lernort, sondern auch als Aus- und Weiterbildungszentrum, stellt der Tierpark + Fossilium Bochum seine Expertise in Form von Schulungsangeboten für Auszubildende der Feuerwehrschule und Angehörige der Wachabteilungen der Feuerwehr Bochum zur Verfügung. Das Ziel ist es, sowohl theoretisches Hintergrundwissen zu vermitteln, als auch praktische Handlungsstrategien zum Umgang mit exotischen Tieren und heimischen Wildtieren vorzustellen und unter Anleitung zu erproben. „In unseren Workshops besprechen wir nicht nur grundlegende biologische Merkmale der Tiere, sondern erörtern auch rechtliche Gegebenheiten, wie das Gifttiergesetz oder die Zuständigkeitsbereiche der verschiedenen Behörden. Ein weiteres Augenmerk liegt aber selbstverständlich auf den praktischen Übungen, in denen wir sowohl das Greifen und Sichern von Tieren erproben, als auch notwendiges Equipment und den Einsatz von Schutzausrüstungen vorstellen“, fasst Zoodirektor Ralf Slabik die Ausbildungsinhalte zusammen. Auch für ihn sind Notrufe im Zusammenhang mit ausgesetzten Reptilien oder Wildtieren nicht fremd. Vor allem zur korrekten Artbestimmung oder zur Beratung bezüglich potenzieller Unterbringungsmöglichkeiten werden die zoologischen Experten des Tierparks immer wieder um Rat gebeten. Ralf Slabik: „Leider ist es keine Seltenheit, dass Reptilien von ihren Besitzerinnen oder Besitzern ausgesetzt werden. Die richtige Haltung ist nicht nur mit Fachwissen, sondern auch mit Kosten und Zeitaufwand verbunden. Wir helfen den Einsatzkräften so gut wir können und vermitteln passende Kontakte.“ Die Unterbringung der aufgefundenen Exoten ist schwierig, da Tierheime meist nicht passend ausgestattet sind und es nur wenige Auffangstationen für Reptilien gibt. Dem Tierpark selbst ist es aufgrund von veterinärmedizinischen Vorgaben nicht möglich, Fundtiere aufzunehmen.

AIS-Image
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