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Zoos und Tierparks als Teil der bundesweiten Teststrategie - DTG fordert deshalb niederschwelliges Testangebot

26.04.2021

Die jüngst beschlossene bundesweite „Notbremse“ ist vor wenigen Tagen in Kraft getreten. Deutschlands mitgliederstärkster Zooverband, die Deutsche Tierparkgesellschaft e.V. (DTG), sieht sich in seiner Position gestärkt, denn Zoos und Tierparks dürfen geöffnet bleiben. Der ursprüngliche Entwurf sah vor, dass Zoos, ebenso wie Museen und andere Indoor-Freizeiteinrichtungen, schließen müssen. „Wir haben dafür gekämpft, dass die Politik die wichtige Aufgabe der Zoos und Tierparks anerkennt!“ so DTG-Präsident Gert Emmrich. „Zoos sind keine Pandemietreiber. Der Aufenthalt an der frischen Luft in unseren großen Außengeländen ist ungefährlich. Diese Erkenntnis hat sich durchgesetzt.“

Die Öffnung der Einrichtungen ist jedoch an behördliche Auflagen geknüpft. Gemäß des geänderten Infektionsschutzgesetzes besteht für den Besuch die Nachweispflicht eines negativen Corona-Tests. Die Deutsche Tierparkgesellschaft unterstützt den Beschluss, fordert aber, dass für Zoos und Tierparks ein niederschwelliges Testangebot etabliert wird, damit sich einerseits möglichst viele Menschen testen lassen und andererseits die Testpflicht kein Hindernis für den Zoobesuch darstellt. „Wir sind Teil der Lösung dieser großen gesellschaftlichen Herausforderung“, betont DTG-Vizepräsident und Zoodirektor des Tierpark Nordhorn Dr. Nils Kramer. „Ein sachgerechtes und für alle leicht zugängliches Testverfahren muss daher das Ziel sein!“

„Eine möglichst regelmäßige Testung der Bevölkerung – parallel zu der fortschreitenden Impfstrategie - hilft dabei, unbekannte SARS-CoV-2-Infektionen zu erkennen und damit die Pandemie einzugrenzen“, erinnert DTG-Vizepräsident und Zoodirektor des Bochumer Tierparks Ralf Slabik und ergänzt: „Die aktuell für NRW geltenden Vorschriften und Umsetzungsmöglichkeiten zur Testpflicht stellen jedoch vor allem für Familien mit Kindern noch zu hohe Hürden dar. Nicht allen Bürger:innen ist es klar, dass sie sich nach der NRW-Corona-Schutzverordnung mindestens einmal pro Woche, d.h. aber auch gegebenenfalls mehrmals pro Woche einem kostenlosen Bürgertest unterziehen dürften. Außerdem sind viele Teststationen nur werktags zugänglich. So führten die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes bereits in den ersten Tagen zu Einbrüchen der Besucherzahlen in den Zoos und Tierparks. Tatsächlich ist der Zoobetrieb in diesen Zeiten und mit diesen Einschränkungen alles andere als wirtschaftlich. Dennoch sind wir uns unseres wichtigen gesellschaftlichen und sozialen Auftrags bewusst und tun alles, um das Wohlbefinden und die Sicherheit unserer Gäste zu gewährleisten. Wir bitten daher nicht nur unsere Besucher:innen um Verständnis für die neuen Auflagen, sondern hoffen auch auf zusätzliche Unterstützung seitens der Politik.“

Deshalb drängen die Zoos und Tierparks auf eine angemessene und verhältnismäßige Umsetzung der angeordneten Testpflicht durch die Bundesländer. Neben der Vorlage von Bescheinigungen aus den registrierten Testzentren soll auch die qualifizierte Selbstauskunft nach einem Selbsttest anerkannt werden. In vielen Zoos und einigen Bundesländern, wie zum Beispiel Sachsen, ist dies bereits ein etabliertes Verfahren. Hier wird auch die wahrheitsgemäße Auskunft durch die Besucher:innen, dass der Test selbstständig oder durch eine fachkundige Person am Arbeitsplatz oder der Schule ordnungsgemäß durchgeführt wurde, akzeptiert.

In einem entsprechenden Schreiben hat sich die Deutsche Tierparkgesellschaft mit ihren Positionen nun deshalb an die für die Umsetzung der Testpflicht zuständigen Bundesländer gewandt. Gerade die letzten Wochen haben gezeigt, welch große gesellschaftliche und soziale Erholungs- und Ausgleichsfunktion die zoologischen Gärten insbesondere für Kinder haben. In dieser schwierigen Zeit bieten sie den Kindern ein Stück Normalität in ihrem eingeschränkten Alltag.

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