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Zweifacher Nachwuchs in den „Asienwelten“ - Erfolgreiche Erstnachzucht bei den Schlankloris und Stachelschweinen

03.05.2021

Nicht mal ein Jahr liegt die Eröffnung der „Asienwelten“ im Tierpark + Fossilium Bochum zurück. Doch die Bewohner der neuen Lebensraumanlage haben sich schnell eingewöhnt. Einige Paare, darunter die Grauen Schlankloris (Loris lydekkerianus) und Weißschwanz-Stachelschweine (Hystrix indica), wurden im Tierpark erstmalig zusammengeführt. Mit Erfolg: Bereits vor einigen Monaten erblickte der erste Nachwuchs in den „Asienwelten“ das Licht der Welt. Das Jungtier der Schlankloris ist bereits über ein halbes Jahr alt und hat mittlerweile den Rücken der Elterntiere verlassen, um selbstständige Ausflüge zu unternehmen. Das im April geborene kleine Stachelschwein zeigt sich hingegen noch sehr zurückhaltend und wird besonders von der Mutter vor neugierigen Blicken beschützt.

„Die gelungene Erstnachzucht bei gleich zwei neuen Tierarten ist für uns ein zukunftsweisendes Zeichen. Es ist nicht nur - besonders im Fall der Schlankloris - ein wichtiger Beitrag für den Artenschutz, sondern auch ein positives Feedback für unsere zoologische Arbeit“, berichtet Zoodirektor Ralf Slabik stolz. „Die erfolgreiche Zusammenstellung neuer Zuchtpaare ist aus tiergärtnerischer Sicht durchaus anspruchsvoll. Neben harmonisierenden Tieren spielen auch Faktoren wie die Anlagengestaltung, speziell auf die Bedürfnisse ausgerichtetes Futter und die Vermeidung von Stress für die Fortpflanzung und Jungtieraufzucht eine wichtige Rolle. Gerade bei den nachtaktiven Schlankloris war es wichtig, den Tag- und Nachtrhythmus der Tiere strikt einzuhalten. Darüber hinaus ist es für das Wohlbefinden all unserer Schützlinge bedeutend, ihnen viele Rückzugsorte innerhalb ihrer Anlage sowie regelmäßige Verhaltensanreicherungen anzubieten“, führt Ralf Slabik weiter aus.

Die kleine Familie der Schlankloris ist im Nachttierhaus der „Asienwelten“ untergebracht. Aufgrund der behördlichen Corona-Schutzmaßnahmen ist dieser Bereich für Besucher:innen derzeit leider nicht zugänglich. Die nachtaktiven Tiere gehören zu den Primaten und können sich dank ihrer großen, runden Augen hervorragend in der Dunkelheit orientieren. Ihre namensgebenden schlanken Gliedmaßen und ihre flexible Wirbelsäule machen sie zu ausgezeichneten Kletterern. Jungtiere wiegen nach der Geburt gerade einmal 10-20 Gramm – so wenig wie etwa ein Esslöffel Butter. Die ersten Monate wird der Nachwuchs überwiegend als „Tragling“ zunächst am Bauch, später auf dem Rücken getragen und gesäugt. Nach rund 70 Tagen nehmen die Primaten die erste feste Kost zu sich.

Der stachelige Nachwuchs der beiden Weißschwanz-Stachelschweine ist ungefähr 90 Tage im Bauch des Weibchens herangewachsen, bis es im geschützten Warmhaus zur Welt gebracht wurde. Die ersten Lebenstage verbrachte das Jungtier überwiegend mit Schlafen und Trinken und war für Tierparkbesucher:innen noch nicht zu sehen. Inzwischen wagt es sich aber auch auf kurze Erkundungstouren auf die Außenanlage, wo die Eltern ihm das „Rasseln“ beibringen. Revierleiterin Inga Riebel erklärt: „Die namensgebende besondere, schwarzweiße Körperbehaarung der Stachelschweine ist auch schon bei dem jüngsten Familienmitglied zu sehen. Die vergößerten Stacheln am Hinterleib sind hohl und erzeugen bei ausgewachsenen Tieren ein rasselndes Geräusch, wenn sie zur Abwehr geschüttelt werden. Bei dem kleinen Neuzugang sind die Stacheln jedoch noch nicht kräftig und lang genug, sodass beim Schütteln noch kein hörbares Geräusch entsteht.“

AIS-Image
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