Aktuelles

Fantastische Tierwesen in den Tierpark + Fossilium eingezogen - Kunstmuseum Bochum erschafft mit Kita Kinderglück besondere Geschöpfe

24.11.2021

Ein Affentintenfisch mit Flamingobeinen oder eine Schmetterlingsgiraffe mit Kuheuter – dies sind nur zwei der neuen fantasievollen Bewohner im Tierpark + Fossilium Bochum. Die skurrilen Tierwesen wurden von Kindern der Kita Kinderglück e.V. unter der Anleitung des Kunstmuseums Bochum geschaffen. Eingezogen sind die kreativen Kunstwerke in eine aktuell unbesetzte Voliere hinter dem Tierpark-Spielplatz, wo sie nun für die nächsten Wochen mitsamt fantasiereicher Beschilderung zu bestaunen sind.

Sechs Monate lang haben die Mädchen und Jungen der Kita Kinderglück e.V., angeleitet von den Kunstvermittlerinnen Kerstin Kuklinski und Lea Szramek, an ihren tierischen Kunstwerken gearbeitet. „Ausgehend von dem aktuell bei uns gezeigten Kunstwerk ‚Der Sündenbock‘ des Künstlers CONSTANT, welches allerlei seltsame Tierwesen zeigt, haben wir mit den Kindern über die künstlerische Freiheit gesprochen, alles einmal anders zu denken und auch zu malen“, erklärt Kerstin Kuklinski das Projekt. „Zunächst haben wir uns mit Tieren und ihren Eigenschaften, Bedürfnissen und Fähigkeiten beschäftigt und sie genau gezeichnet. Anschließend wurden alle Komponenten der Tiere wild vermischt.“ So schufen die Kinder eigene Fantasietiere, die auf besondere Weise an ihren Lebensraum angepasst sind. Eines davon ist das Unterwasserschwein „Blubbgrunzpieper“. „Es lebt in der Kanalisation und ernährt sich von Wattestäbchen und Klopapier“, erklären die Kinder stolz. Mit ihrer Kita, geleitet von Stefan Ruffer, hatten sie zuvor ein Klärwerk besucht und den Schaden, den wir Menschen durch den Konsum sowie durch die unsachgemäße Entsorgung von Kosmetikartikeln anrichten können, gesehen. Zur Rettung der Umwelt haben die kleinen Nachwuchskünstler:innen das Unterwasserschwein erschaffen.

Im Atelier des Bochumer Kunstmuseums wurden die Fabelwesen mit Pinsel und Farbe „zum Leben erweckt“. Übertragen auf stabile Holzplatten zogen die Kunstwerke als neue Bewohner in den benachbarten Tierpark ein. Das Kunstprojekt ist Teil des von der Stiftung Mercator geförderten Vermittlungsprogramms RuhrKunstUrban, an dem sich die 21 Kunstmuseen des Ruhrgebiets im Rahmen des Netzwerks der RuhrKunstMuseen (RKM) beteiligen. Ziel ist es, das städtische Lebensumfeld von Kindern und Jugendlichen in den Fokus der Vermittlungsarbeit zu rücken und gemeinsam öffentlich sichtbare Kunstprojekte im jeweiligen Stadtraum zu erschaffen. So entstehen neue Verbindungen zwischen Kunstmuseum, Schule oder Kindergarten und einem dritten außerschulischen Ort, wie dem Tierpark + Fossilium Bochum. Ein eigens mit den Kindern gedrehter Film veranschaulicht diese Verbindung und zeigt, wie die Tiere ihren Weg vom Kunstmuseum zum Tierpark finden.

„Wir freuen uns über diese gelungene Kooperative zwischen Kunstmuseum, Kita und Tierpark. Gemeinsam können wir über einen interdisziplinären Ansatz die Bildungsarbeit in unserer Stadt vorantreiben, Kreativität fördern und gleichzeitig für Biodiversität und Nachhaltigkeit sensibilisieren“, freut sich Ralf Slabik, Zoodirektor des Tierpark + Fossilium Bochum. Noor Mertens, Direktorin des Kunstmuseums Bochum ergänzt: „Ein wichtiges Anliegen der RuhrKunstMuseen ist eine sichtbare Öffnung in die und eine stabile Vernetzung mit der Stadtgesellschaft – was wir mit diesem Projekt und dank der Unterstützung des Tierparks geschaffen haben. Das künstlerische Engagement von Kindern und Jugendlichen ist eine Veranschaulichung musealer Bildungsarbeit und eine persönliche Aneignung der Kinder und Jugendlichen des öffentlichen Raums.“

AIS-Image