Kaiserskorpion

Kaiserskorpion

Pandinus imperator

Gewicht30 bis 50 Gramm
Größe15 bis maximal 25 Zentimeter, Weibchen größer als Männchen
VerbreitungWest- und Zentralafrika
LebensraumBodenbewohner tropischer Wälder und Savannen
ErnährungSchaben, Grillen, andere Insekten. Selbst junge Mäuse kann er erbeuten
AlterÜber 8 Jahre
FeindeMangusten, Dachse, Schweine, Stelzvögel, Greifvögel
IUCN-StatusNicht beurteilt, Handel durch CITES geschützt
AIS-Image

Wissenswertes

Skorpione haben acht Beine und sind Spinnentiere. Der Kaiserskorpion besetzt ein 50 x 50 Zentimeter großes Revier in feuchten Gebieten im Regenwald meist unter Holz oder in selbstgegrabenen Gängen. Er verteidigt sein Revier aber nur sehr defensiv und gibt es relativ schnell auf. Tagsüber verlässt er seine Verstecke nicht – erst nachts wird er aktiv. Aufgrund seiner geringen Ausdauer legt er viele Ruhepausen ein. Er kann – im Gegensatz zu den meisten anderen Skorpionarten - sogar etwas klettern. So überwindet er Wurzeln und Stöcke in etwa 30 Zentimeter Höhe. Seine Höhlen gräbt er bis 35 Zentimeter tief in den Boden.

 

Allein in dem Zeitraum 2001 bis 2016 wurden aus der Heimat des Kaiserskorpions, hauptsächlich aus Ghana, 1.250.000 Individuen für den Heimtierhandel exportiert – umgerechnet sind das 215 Tiere pro Tag! Der Wunsch nach einem exotischen Haustier hat somit immense Auswirkungen auf den Wildbestand und sollte gut überdacht werden. Seit 2016 ist die Ausfuhr von Kaiserskorpionen glücklicherweise verboten. Auch unser Tier ist eine deutsche Nachzucht und nicht dem natürlichen Lebensraum entnommen.

Nachwuchs

Kaiserskorpione sind lebendgebärend (vivipar). Nach einer Tragzeit von 12-24 Monaten bringt das Weibchen meist 15-25, selten bis zu 50, weißliche Jungtiere zur Welt. Die jungen Skorpione sind vorher im Mutterleib aus Eiern geschlüpft. Nach und nach – über mehrere Tage hinweg – verlassen sie den Mutterleib. Die kleinen Skorpione bringen ein Versorgungspaket an Nährstoffen und Eiweißen mit, das für circa 4-6 Wochen ausreicht. Die Muttertiere tragen die Jungen bis zu 20 Tage an ihrem Körper und kümmern sich so um ihren Nachwuchs. Nach 14 Tagen härtet der Panzer der Jungtiere aus und färbt sich schwarz. Von da an nehmen sie selbstständig Nahrung zu sich. Sie suchen sich außerdem eigene Reviere, bilden aber manchmal auch Gruppen und leben friedlich nebeneinander. Nach circa 6-7 Jahren haben sie ihre Adultgröße erreicht und sind auch dann erst geschlechtsreif.

Besonderheiten

Der Kaiserskorpion gehört zu den wenigen Vertretern der Skorpione, die sogar in Gruppen zusammen leben können und sich Artgenossen gegenüber nicht aggressiv zeigen. Nur bei Nahrungsknappheit greifen sie zu drastischen Maßnahmen: Dann kommt es auch zu Kannibalismus.

 

Die typische Haltung mit aufgestelltem Stachel und erhobenen Scheren zeigt er zwar bei Störungen, ist aber eigentlich nicht angriffslustig und weicht bei größeren Tieren zurück. Sein Gift ist für den Menschen weitgehend ungefährlich, wenn auch äußerst schmerzhaft. Die Symptome ähneln einem Bienenstich. Die Menge des abgegebenen Gifts kann er sehr gut dosieren. Teilweise injiziert der Kaiserskorpion sogar kein Gift beim Stechen. Die Beute töten die Skorpione meist mit ihren kräftigen Scheren, den Pedipalpen.

Erkennungsmerkmal

Der Panzer der Tiere glänzt metallisch schwarz. Die Giftblase ist bei ausgewachsenen Tieren rot. Kaiserskorpione haben große Scheren, aber einen relativ kleinen Stachel.

 

Skorpione schimmern im Sonnenlicht olivgrün, im Mischlicht (Schwarzlicht mit Glühlampenlicht) sind sie eher türkisblau und in reinem Schwarzlicht fluoreszieren die Tiere weiß bis neongelb. Ihr Sehsinn ist gut ausgeprägt, sodass sie andere Tiere auf etwa einen Meter Entfernung gut erkennen können, sofern sie sich bewegen.