Weißstorch

Ciconia ciconia

Gewicht5 – 10 kg
GrößeKörperlänge 80 – 100 cm, Flügelspannweite 200 – 220 cm
VerbreitungEuropa, Asien, Nordafrika
LebensraumFeuchtwiesen, Sumpf, Kulturland
ErnährungKleinsäuger, Reptilien, Amphibien, Würmer
Alter10 – 15 Jahre, in menschlicher Obhut bis 30 Jahre
IUCN-StatusNicht gefährdet
AIS-Image

Wissenswertes

Weißstörche sind Zugvögel, d. h, dass sie ihre nördlichen Brutquartiere im Herbst verlassen, um zum Überwintern bis zu 10.000 km weit in den wärmeren Süden zu fliegen. Doch in den letzten Jahren beobachten Artenschützer, dass immer weniger Störche zu ihrem Winterquartier aufbrechen, da sie auch hier ausreichend Nahrung finden. Plötzliche, rapide Kälte- und Schneeeinbrüche können aber ein Problem für die Vögel darstellen. Der Weißstorch war früher im gesamten Mitteleuropa ein verbreiteter Brutvogel. Im Zuge der Industrialisierung kam es jedoch zu großen Bestandsrückgängen, die seit Mitte der 1980er Jahre wieder leicht ansteigen. Noch immer stellt vor allem die Lebensraumzerstörung, wie die Umwandlung von Feuchtgebieten in landwirtschaftliche Nutzflächen, eine Bedrohung für Storche dar und entzieht ihnen gleichzeitig eine wichtige Nahrungsquelle.

Nachwuchs

Weißstörche führen eine saisonale Einehe, d.h. sie binden sich für die Dauer der Paarungs- und Brutperiode an einen festen Partner. Sie nisten auf Felsvorsprüngen, Bäumen, Gebäuden und Strommasten. Dabei zeigen sie keine große Scheu vor Menschen. Die Brutzeit erstreckt sich von April bis Juli. Die oft über einen Meter breiten Nester werden über Jahre genutzt und zu Beginn der neuen Brutsaison immer wieder ausgebessert. Das Weibchen legt zwischen drei und fünf Eier, die von beiden Elterntiere 30 bis 34 Tagen bebrütet werden. Die Nestlingszeit beträgt 55 bis 60 Tage.

Besonderheiten

Das Ammenmärchen, der Weißstorch bringe Kinder, ist weltweit populär. Diese Vorstellung hat sich in Europa im 18. Jahrhundert entwickelt und wurde durch ein Märchen von Hans Christian Andersen berühmt. Demnach überbringen Störche Babys, die sie in Höhlen oder Sümpfen gefunden haben, in einem Korb an die Mütter oder lassen sie durch einen Schornstein fallen. Süßigkeiten für die Störche auf dem Fensterbrett sollten dabei helfen, den Kinderwunsch zu erfüllen.

Erkennungsmerkmal

Die Grundfarbe dieser Storchenart ist, wie der Name bereits verrät, weiß. Die Schwungfedern sind dagegen schwarz. Markant sind die langen, dünnen roten Beine und der lange rote Schnabel. Bei Begrüßungen und während der Balz legt der Weißstorch seinen Kopf weit nach hinten auf den Rücken und klappert mit seinem Schnabel, was ihm auch den Namen „Klapperstorch“ eingebracht hat.