Reverse the Red Day: Gemeinsam gegen das Artensterben
Artensterben ist kein Naturgesetz. Mit dem internationalen „Reverse the Red Day“ rufen Zoologische Einrichtungen und Naturschutzorganisationen weltweit dazu auf, den Trend auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN umzukehren – von Rot (bedrohte Art) zu Grün (stabile Art). Das Ziel: Gefährdete Arten sollen wieder eine Zukunft haben.
Dass der Einsatz Zoologischer Gärten Wirkung zeigt, belegen zahlreiche Beispiele. Sie spielen eine entscheidende Rolle dabei, die Lücke zwischen Schutzmaßnahmen innerhalb und außerhalb von natürlichen Lebensräumen zu schließen. Ihre Beiträge in den Bereichen Tierhaltung und -vermehrung, Wiederansiedlung, Bildung, Forschung sowie tiermedizinische Versorgung haben bereits bei vielen Arten zu positiven Entwicklungen auf der Roten Liste geführt.
Neben der Beteiligung an zahlreichen Erhaltungszuchtprogrammen des Europäischen Dachverbandes der Zoos und Aquarien (EAZA) sowie an lokalen Artenschutzprojekten – etwa zum Schutz einheimischer Insekten – ist der Tierpark + Fossilium Bochum seit vielen Jahren Mitglied im Verein Sphenisco e.V., der sich dem Erhalt der Humboldt-Pinguin-Populationen vor den Küsten Chiles und Perus widmet. Darüber hinaus engagiert sich der Tierpark für den Plumploris e.V. zur Rettung nachtaktiver Primaten in Südostasien, beteiligt sich an der jährlichen Kampagne „Zootier des Jahres“ und initiierte 2022 gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) ein eigenes Schutzprojekt für vom Aussterben bedrohte Regenbogenfisch- und Grundelarten in Neuguinea.
Der Tierpark + Fossilium Bochum engagiert sich aber nicht nur im Rahmen konkreter Artenschutzprojekte. Auch in seiner Umweltbildungsarbeit greift er zentrale Themen globaler Krisen wie Biodiversitätsverlust und Lebensraumzerstörung auf. Im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene sensibilisiert sowie konkrete Handlungsoptionen aufgezeigt.
„Der Schutz bedrohter Tierarten und ihrer Lebensräume ist für uns eine Herzensangelegenheit“, betont Ralf Slabik, Zoodirektor des Tierpark + Fossilium Bochum. „Neben konkreten Artenschutzprojekten ist Bildung für nachhaltige Entwicklung entscheidend: Nur wenn wir Wissen in Bewusstsein und Handeln übersetzen, kann es gelingen, den Trend von Rot und bedroht zu Grün und stabil zu drehen und die Entwicklung positiv zu beeinflussen.“
Bildunterschriften:
Foto©Tierpark Bochum_1: Boeseman-Regenbogenfische im Tierpark Bochum
Foto©Tierpark Bochum_2: Humbolt-Pinguin im Tierpark Bochum
Foto©Tierpark Bochum_3: Wildbienen sind wichtiger Bestandteil des lokalen Artenschutzes.













