Exemplarische Exponate

Highlights der Fossilienausstellung

Momentaufnahmen der Urzeit

Einige Fossilien aus unserer Sammlung sind „Momentaufnahmen“ und öffnen ein direktes Fenster in die Vergangenheit! Eines dieser Exponate ist die Versteinerung eines Raubfisches, der gerade einen kleineren Beutefisch verspeist. Der erbeutete Fisch hängt noch mit Kopf und Hinterteil aus dem Maul des Räubers heraus. Der Raubfisch kam vor seinem plötzlichen Tod anscheinend nicht mehr dazu, die Beute zu drehen, um sie besser schlucken zu können. Über die genaue Todesursache lässt sich allerdings nur mutmaßen.

Ebenso spannend sind die versteinerten Laufspuren eines Pfeilschwanzkrebses. Bei der Entdeckung der Sandsteinplatte nahm man zunächst an, es handle sich um die Laufspuren eines Flugsauriers, der die Spuren mit seinen Füßen und dem über den Boden schleifenden Schwanz erzeugte. Nachträglich entdeckte man aber den Pfeilschwanz am Ende der Spur, der die ursprüngliche Annahme entkräftete. Anhand des Verlaufs der Spuren lässt sich erahnen, wie die letzten Minuten im Leben des Pfeilschwanzkrebses ausgesehen haben müssen. Die Abdrücke zeigen kurze und mühsame Schritte. Anscheinend war das Tier bereits geschwächt und musste mehrere Pausen einlegen. Bei dem Versuch, dem tödlichen Kalkschlick zu entkommen, änderte der Pfeilschwanz mehrmals die Richtung.

Pfeilschwanzkrebse zählen zu den Spinnentieren und gelten als lebende Fossilien. Sie existierten bereits vor 150 Millionen Jahren und sind noch heute in Teilen des Atlantiks sowie in den tropischen Meeren Südostasiens zu finden. Im Laufe der Erdgeschichte haben sie sich jedoch kaum verändert.

Ammoniten

Der Ammonit ist nicht ohne Grund das Leitmotiv des Fossiliums und neben dem Hai das zweite Wappentier des Tierpark-Logos. Ammoniten sind auch die Leitfossilien der Solnhofener Plattenkalke und wurden dort in hoher Individuenzahl gefunden. Sie zählen zu den Kopffüßern und sind nahe Verwandte der heutigen Tintenfische. Die ersten Vertreter lebten bereits vor 400 Millionen Jahren! In einigen Regionen Deutschlands, z.B. in Westfalen, fand man besonders riesige Exemplare. Charakteristisch für ihr Erscheinungsbild ist das schneckenförmige Gehäuse. Ihren Namen haben die urzeitlichen Kopffüßer übrigens dem altägyptischen Gott „Amun“ zu verdanken, der oftmals mit gewundenen Widderhörnern dargestellt wurde.

Riesenfisch

(Asthenocormus titanius)

Ein sehr beeindruckendes Exponat der Fossiliensammlung ist der Riesenfisch! Er wurde in Eichstätt – ebenfalls im Altmühltal – gefunden und gilt mit etwa 2,5 m Länge als die größte Fischart der Plattenkalke. Der Riesenfisch sank in Schlafstellung auf den Meeresboden, wo er im Schlick eingebettet wurde. Die Kopfknochen liegen nicht mehr im natürlichen Verband, man erkennt dadurch jedoch die vielen kleinen Zähne. Einer der knöchernen Augenringe ist ebenfalls aus dem Schädel gefallen und liegt nun getrennt vom Körper. Neben den Knochen wurden auch Weichteile, wie etwa das Fleisch versteinert, das als weißliche Masse im Körperbereich des Fossils zu erkennen ist.

Orthogonikleithrus leichi

Der Fisch mit diesem komplizierten, wissenschaftlichen Namen hat einen besonderen Ehrenplatz im Fossilium. Denn der kleine Knochenfisch ist nach seinem Finder, Helmut Leich – dem Begründer des Fossiliums – benannt! Er ist das erste gefundene Stück seiner Art und wurde somit bis dato noch nicht wissenschaftlich beschrieben. Erst die amerikanische Paläontologin Prof. Dr. Gloria Arratia gab dem Fisch seinen Namen zu Ehren des Bochumer Fossiliensammlers.

Neben Orthogonikleithrus leichi wurden noch viele andere, kleine Knochenfischarten in den Solnhofener Plattenkalken entdeckt – oftmals sogar im Schwarmverband. Auffallend ist dabei, dass sie mit geöffnetem Maul starben, was darauf hindeutet, dass sie in sauerstoffarmes Gewässer gerieten und erstickten.

Archaeopteryx – Der Urvogel

Er zählt wohl zu den berühmtesten Fossilien der Welt! Archaeopteryx lebte vor 150 Millionen Jahren und war ein kleiner, gefiederter Saurier. Er vereint sowohl Merkmale eines Kriechtieres, als auch eines Vogels, weshalb er zur Zeit seines ersten Fundes im Jahr 1861 in der Wissenschaft für große Aufregung sorgte! Charles Darwins Evolutionstheorie war damals noch immer umstritten, doch das Fossil des gefiederten Sauriers schien als sogenanntes „Missing Link“ die Entwicklung der ersten Vögel aus den Dinosauriern zu beweisen.  

Archeaopteryx,  dessen Name „alte Feder“ bedeutet, hatte einen kleinen Schädel mit einem bezahnten Kiefer. Am Ende der Flügel befanden sich Krallen zum Klettern und er hatte ein langes Schwanzskelett wie auch anderen Saurierarten. Er besaß aber auch Federn, die ihn befähigten zu fliegen bzw. sich im Gleitflug fortzubewegen. Daher gilt er noch heute als Urvogel, aus dem sich nach dem Aussterben der Landsaurier die heute lebenden Vogelarten entwickelten.

Nach dem ersten Fund, wurden weitere fossile Exemplare des Flugsauriers in den Solnhofener Plattenkalken entdeckt.
Die Sammlung des Fossiliums zeigt drei Abgüsse der in Berlin, Eichstätt und London archivierten Exemplare.

Quastenflosser

Quastenflosser sind ebenfalls lebende Fossilien und für die Evolutionsbiologie besonders spannend. Lange glaubte man, die letzten Exemplare wären seit der Kreidezeit ausgestorben, doch Ende der 30er-Jahre wurden in der Tiefsee des Indischen Ozeans tatsächlich lebende Quastenflosser entdeckt! Namensgebend sind pinsel- oder eben quastenförmige Ruderflossen, mit denen sich die Fische in einer Art „Kreuzgang“ schwimmend fortbewegen. Diese Bewegung erinnert an eine frühe Form des Gehens, weshalb die Vorfahren der heute lebenden Quastenflosser auch als Urahnen der ersten Landwirbeltiere gelten. Während sich die urzeitlichen Quastenflosser im seichten Flachwasser aufhielten, sind die heutigen Vertreter Tiefseebewohner.

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