Welttag der Schlange
Sie lösen bei vielen Meschen Angst oder Unbehagen aus – dabei sind Schlangen unverzichtbar für funktionierende Ökosysteme. Anlässlich des Welttages der Schlange am 16. Juli macht der Tierpark auf die Bedeutung dieser oft missverstandenen Tiere aufmerksam und kann gleichzeitig einen Zuchterfolg vermelden: Ende Juni sind sieben Woma-Pythons geschlüpft.
Schlangen übernehmen im natürlichen Lebensraum als Jäger eine wichtige Rolle. Sie regulieren die Bestände von Kleinsäugern, Vögeln und anderen Tieren und tragen damit wesentlich zur Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichtes bei. Dennoch sind sie bei Menschen häufig wenig beliebt und vielerorts durch den Verlust ihres Lebensraums bedroht. Der Welttag der Schlange soll deshalb das Bewusstsein für diese faszinierenden Reptilien und ihren Schutz stärken.
Die sieben Jungtiere messen bereits rund 40 bis 45 Zentimeter. Weibliche Woma-Pythons legen durchschnittlich sechs bis zwanzig Eier. Für den Tierpark ist die erfolgreiche Nachzucht ein Grund zur Freude.
„Schlangen lösen bei vielen Menschen zunächst Unsicherheit aus. Wer sie jedoch näher kennenlernt, erkennt schnell, wie beeindruckend diese Tiere sind. Mit unserem Woma-Python-Nachwuchs möchten wir im Rahmen unserer Umweltbildungsarbeit das Image dieser Reptilien aufwerten und zugleich auf den notwendigen Schutz ihrer besonderen Tiergruppe aufmerksam machen. Auch unsere heimischen Schlangenarten sind streng geschützt und für den Menschen weitestgehend ungefährlich, sodass man einer sehr unwahrscheinlichen Begegnung mit ihnen gelassen entgegensehen kann“, erklärt Zoodirektor Ralf Slabik.
Der Woma-Python ist hauptsächlich im zentralen Australien verbreitet. Er bewohnt Steppen und Halbwüsten und lebt überwiegend am Boden. Zu seiner Nahrung zählen vor allem kleine Echsen, mitunter auch Säugetiere und Vögel. Während die Art in Teilen ihres natürlichen Verbreitungsgebietes noch vorkommt, sind die Bestände insbesondere in Westaustralien stark zurückgegangen. Dort gilt der Woma-Python in einigen Regionen als vom Aussterben bedroht.
Sein abgeflachter, keilförmiger Kopf ermöglicht es ihm, Sand seitlich wegzuschieben und sich einzugraben oder in bestehende Tierbaue vorzudringen. Dort lauert er seiner Beute auf. Der Woma-Python besitzt keine Grubenorgane, spezielle Wärmesinnesorgane, mit denen Infrarotstrahlung wahrgenommen werden kann. Diese helfen vielen Schlangen dabei, warmblütige Beutetiere anhand ihrer Körperwärme aufzuspüren. Da der Woma-Python jedoch überwiegend wechselwarme Tiere wie Echsen jagt, deren Körpertemperatur der Umgebung entspricht, wären diese Wärmesensoren für ihn kaum von Nutzen. Dies stellt eine bemerkenswerte Anpassung an seine ökologische Nische dar.
Die jungen Woma-Pythons befinden sich derzeit noch im für Besucherinnen und Besucher nicht einsehbaren Teil des Aquarien- und Terrarienhauses.
Bildunterschriften:
Foto©Tierpark Bochum_1: Woma-Python-Nachwuchs im Tierpark Bochum
Foto©Tierpark Bochum_2: Seltener Woma-Python-Nachwuchs















