Europäischer Aal

Europäischer Aal

Anguilla anguilla

GewichtDie großen Weibchen können bis zu 6 kg schwer werden.
GrößeWeibchen werden über 1,50 m lang, Männchen sind mit einer Länge von ca. 0,60 m deutlich kleiner.
VerbreitungGroßes Verbreitungsgebiet: Atlantische Küste Nordafrikas & Europas (inklusive Nordsee, Ostsee und Mittelmeer) sowie in Teilen Asiens; Kanarische Inseln, Madeira, Azoren, Island; Süßgewässer Europas und Nordafrikas; Östliche Sargassosee (Atlantischer Ozean, in der Nähe des Bermudadreiecks).
LebensraumFlüsse, Bachläufe, Seen und Stauseen; in der Paarungszeit auch offene Gewässer (Meere, Ozeane), Küstengewässer
ErnährungLarven ernähren sich von Plankton, heranwachsende Tiere erbeuten Muscheln, Schnecken und Würmer, adulte Aale fressen Krebse, Fische und Frösche.
AlterBis zu 50 Jahre
FeindeGroße Raubfische, Reiher und der Mensch
IUCN-StatusVom Aussterben bedroht
AIS-Image

Wissenswertes

Der Europäische Flussaal ist stark gefährdet und Experten befürchten, dass die Art bereits in wenigen Jahren ausgestorben sein wird. Die Überfischung stellt die größte Bedrohung dar. Der Verzehr von Glasaalen ist besonders in Asien sehr beliebt. Jeder Mensch, der Aal isst, trägt somit im Grunde zum Aussterben der Art bei. Jährlich werden ca. 30.000 Tonnen Aal gefangen. Die Zucht in menschlicher Obhut ist bisher nicht gelungen. Alle Speisefische sind daher wildgefangene, aber in der Teichwirtschaft aufgezogene Aale. Aale sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Ihr sehr feiner Geruchssinn macht sie zu ausgezeichneten Jägern.

Nachwuchs

Aale werden erst sehr spät zwischen 15-30 Jahren geschlechtsreif. Zur Paarungszeit schwimmen alle Aale zurück an ihren Schlupfort an die Ostküste der USA (Sargassosee), um dort in großen Verbünden zu laichen. Diese Wanderung dauert bis zu 3 Jahren. Nach der Eiablage sterben die Aale. Nach dem Schlupf treiben die jungen Fischlarven die erste Lebenszeit mit den nordatlantischen Strömungen vor die europäische Küste. Auf dieser Reise entwickeln sie sich bereits weiter zu kleinen durchsichtigen Glasaalen.

Besonderheiten

Der Europäische Flussaal durchläuft vom Ei bis zum ausgewachsenen Tier einen ganz komplexen Lebenszyklus. Nach dem Schlupf folgen mehrere Larvenstadien (Weidenblatt, Glasaal, Gelbaal). Mit einer Größe von etwa 7 cm macht sich der Aal von seinem Schlupfgebiet - der Ostküste der USA - auf den Weg zum europäischen Festland. Nur wenige andere Fische legen so lange Wanderrouten zurück. Die Energie für die häufigen Umwandlungen des Köpers während der unterschiedlichen Entwicklungsstadien sowie auch für die lange Wanderung ziehen die Aale aus ihren Fettreserven, die sie sich im Laufe der Jahre angefressen haben. Aale gehören zu den so genannten „Fettfischen“, denn ihre Körpermasse kann bis zu 30 % aus Fett bestehen. Auf ihren Wanderungen können die Fische auch für kurze Zeit das Wasser verlassen und Strecken über feuchte Landabschnitte zurücklegen. Den notwendigen Sauerstoff nehmen sie dabei über die Haut auf.

Erkennungsmerkmal

Der Flussaal hat einen länglichen, schlangenartigen Körper und schleimige Haut mit winzigen Schuppen. Ein typisches Merkmal ist der lange Flossensaum, den Rücken-, Schwanz- und Afterflossen zusammen bilden. Auffällig beim Maul ist, dass der Unterkiefer länger als der Oberkiefer ist. Die Oberseite des Körpers ist schwarz bis dunkelgrün gefärbt, während die Bauchseite sich bei jungen Tieren durch eine gelbliche, bei älteren Exemplaren durch eine weiße Färbung auszeichnet.