Waldrapp

Geronticus eremita

GewichtBis 1,5 kg
GrößeKörperlänge 60 – 75 cm, Flügelspannweite bis 125 cm
VerbreitungUrsprünglich: Balkan; Mitteleuropa, darunter Süddeutschland; Nordafrika; Naher Osten Heute: Marokko (ausschließlich im Nationalpark); Türkei, Spanien, Österreich
LebensraumGrünland, Feucht- und Auenwiesen, Weiden; Trockensteppe, Halbwüste
ErnährungInsekten, selten kleine Säugetiere, Reptilien, Amphibien, Pflanzen
Alter15 – 20 Jahre
FeindeUhus, Greifvögel, Nesträuber wie Rabenvögel oder Möwen und der Mensch
IUCN-StatusAkut vom Aussterben bedroht
AIS-Image

Wissenswertes

Waldrappe gehören zu den Ibisvögeln und sind gesellige Tiere. Ausgiebige Begrüßungsrituale zwischen Partnern zeichnen das Sozialverhalten der Vogelart aus. Im alten Ägypten noch als heiliges Tier verehrt, wurde der Waldrapp im Mittelalter als Delikatesse bejagt. Somit war der eigentlich heimische Vogel bereits in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Europa vollständig ausgerottet. Noch heute zählt er zu den am stärksten bedrohten Vogelarten weltweit.

Nachwuchs

Waldrappe brüten in Kolonien. Während der Brutzeit bilden sie feste Partnerschaften, die sich im folgenden Jahr jedoch ändern können. Nestbau, Brut und Aufzucht der Nachkommen übernehmen beide Partner. In der Regel legen Waldrappe bis zu vier Eier, die bis zu 28 Tage lang bebrütet werden. Werden die Jungtiere flügge, schließen sie sich häufig mit Gleichaltrigen zu Jugendgruppen zusammen.

Besonderheiten

Das von der EU geförderte Artenschutzprojekt „Waldrappteam“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Waldrappe in Europa wieder anzusiedeln. In Kooperation mit Zoos und Tierparks werden Waldrappküken von menschlichen Ziehmütter versorgt und auf diese geprägt. Waldrappe sind Zugvögel. Die Kenntnis der Route zum Überwinterungsgebiet ist jedoch nicht angeboren, sondern muss erst erlernt werden. Von klein auf werden die Jungvögel daher spielerisch auf den Start in die Freiheit vorbereitet. Sobald die Jungen groß genug sind, absolvieren sie alle paar Tage Flugstunden. Beim Training werden sie auch daran gewöhnt einem Flugapparat mit ihrer Ziehmutter zu folgen.

Erkennungsmerkmal

Charakteristisch für den Waldrapp ist das schwarze, grün-violett glänzende Gefieder. Der Kopf ausgewachsener Tiere ist unbefiedert und von langen Federn umrahmt. Typisch sind die rötlich gefärbten Beine und der schlanke, nach unten gebogene rote Schnabel.